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	<title>Presse Archive | die möwe</title>
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	<description>Kinderschutz hat einen Namen</description>
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	<title>Presse Archive | die möwe</title>
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	<item>
		<title>Kinder als Überlebende brauchen schnelle und professionelle Unterstützung</title>
		<link>https://die-moewe.at/kinder-als-ueberlebende/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Schiller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2026 09:25:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Plötzlich ist alles anders: die Mutter tot, der Vater in Haft. Ein aktueller Frauenmord, bei dem ein 47jähriger seine Expartnerin und Mutter von 4 gemeinsamen Kindern getötet hat, beschäftigt die Öffentlichkeit.  Neben dem Entsetzen über die Brutalität des Verbrechens und die Traurigkeit über den Tod der Frau, müssen die vier Kinder jetzt schnelle und professionelle [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://die-moewe.at/kinder-als-ueberlebende/">Kinder als Überlebende brauchen schnelle und professionelle Unterstützung</a> erschien zuerst auf <a href="https://die-moewe.at">die möwe</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Plötzlich ist alles anders: die Mutter tot, der Vater in Haft. Ein aktueller Frauenmord, bei dem ein 47jähriger seine Expartnerin und Mutter von 4 gemeinsamen Kindern getötet hat, beschäftigt die Öffentlichkeit.  Neben dem Entsetzen über die Brutalität des Verbrechens und die Traurigkeit über den Tod der Frau, müssen die vier Kinder jetzt schnelle und professionelle Hilfe erhalten.</p>
<p><strong>Krisenintervention und gute und stabile Entwicklung ermöglichen</strong></p>
<p>Kinder als Hinterbliebene solcher Tötungsdelikte verlieren ihre meist wichtigste Bezugsperson und müssen mit der Tatsache leben lernen, dass der andere Elternteil und somit auch eine wesentliche Identifikationsfigur dieses Verbrechen begangen hat. „Die Kinder erleben gleichzeitig Trauer, Scham, Angst, Hass und Verwirrung“, sagt Hedwig Wölfl, Psychologin und Leiterin der möwe. Mit feinfühliger und schneller Krisenintervention kann am ersten Schock gearbeitet und wieder ein wenig Stabilität hergestellt werden. Danach geht es darum, die widersprüchlichen Gefühle zu entwirren und wieder Grundvertrauen aufzubauen.</p>
<p>Auch haben Kinder als Zeug*innen von Gewalt wie auch als Hinterbliebene das Recht auf Prozessbegleitung, um ihre Opferrechte und Schmerzensgeldansprüche geltend machen zu können.</p>
<p><strong>Trauer von Kindern in eigenem Schock nicht übersehen</strong></p>
<p>Dazu kommt, dass zumeist auch das unmittelbare familiäre Umfeld des Kindes unter Schock steht und es in der eigenen Trauer nicht immer gut gelingt, die Bedürfnisse des Kindes im Blick zu haben. Mit psychologischem Rückhalt und Beistand für die Familie können gute Bedingungen geschaffen werden, in denen die Kinder mit dem Verlust und allen damit in Zusammenhang stehenden Gefühlen umzugehen lernt. Auch Unterbringungen in Krisenzentren oder in einer Krisenpflegefamilie – wenn keine Familie vorhanden ist – sind für Kinder schwer zu begreifen und zu verkraften. Sie fühlen sich in der unvertrauten Umgebung „aus ihrer Welt gerissen“ und können sich unter Umständen nur schwer jemandem anvertrauen. Auch hier kann die Begleitung, zumindest der Helfenden oder der verbleibenden Familienmitglieder durch eine Kinderschutzeinrichtung hilfreich sein.</p>
<p>„Aus Sicht des Kinderschutzes ist wichtig, dass Kinder als Hinterbliebene mit ihren Bedürfnissen weder vergessen werden, noch medial vorgeführt und zusätzlich belastet werden“ fordert Hedwig Wölfl.  Zur Vermeidung solcher Verbrechen ist umfassende Gewaltprävention ab dem Kindergartenalter ein wesentlicher und vor allem der wirksamste Ansatz. Sowohl Kinder und Jugendliche selbst, als auch betroffene und verantwortliche Erwachsene, insbesondere Pädagog*innen brauchen Wissen, an wen man sich bei häuslicher Gewalt wenden kann.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Hilfe für von Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche</strong></p>
<p>die möwe Kinderschutz: <a href="http://www.die-moewe.at">www.die-moewe.at</a></p>
<p>Kinderschutzzentren in Österreich: <a href="http://www.kinderschuetzen.at">www.kinderschuetzen.at</a></p>
<p>Rat auf Draht: <a href="http://www.rataufdraht.at">www.rataufdraht.at</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://die-moewe.at/kinder-als-ueberlebende/">Kinder als Überlebende brauchen schnelle und professionelle Unterstützung</a> erschien zuerst auf <a href="https://die-moewe.at">die möwe</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Stellungnahme &#8211; Altersbeschränkungen für Social Media</title>
		<link>https://die-moewe.at/stellungnahme-altersbeschraenkungen-fuer-social-media/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Schiller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 08:16:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einleitung und Positionierung Der Bundesverband der österreichischen Kinderschutzzentren nimmt zum Plan der österreichischen Regierung, ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige einzuführen, aus fachlicher Sicht Stellung. Wir teilen die Sorge der Bundesregierung um die psychosoziale Gesundheit junger Menschen, die aufgrund der erheblichen mit der Nutzung sozialer Medien verbundenen Risiken beeinträchtigt werden kann. Die derzeitige Ausgestaltung der dominanten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Einleitung und Positionierung</h2>



<p><em>Der Bundesverband der österreichischen Kinderschutzzentren nimmt zum Plan der österreichischen Regierung, ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige einzuführen, aus fachlicher Sicht Stellung.</em></p>



<p>Wir teilen die Sorge der Bundesregierung um die psychosoziale Gesundheit junger Menschen, die aufgrund der erheblichen mit der Nutzung sozialer Medien verbundenen Risiken beeinträchtigt werden kann. Die derzeitige Ausgestaltung der dominanten Social-Media-Plattformen ist nicht auf das Wohl junger Menschen ausgerichtet, sondern folgt wirtschaftlichen Interessen und Geschäftsmodellen, die auf maximale Aufmerksamkeitsbindung, langfristige sozioemotionale Abhängigkeit, kommerzielle Ausbeutung und Datenextraktion abzielen.</p>



<p>Die Folgen reichen von verzerrten Selbstbildern bis hin zu negativen Einflüssen auf Beziehungen, Sozialverhalten und psychische Gesundheit. Algorithmen-gesteuerte Inhalte und digitale Gewalt gefährden die psychische Entwicklung. Aus dieser Analyse folgt: Altersgerechte Schutzmechanismen und gezielte Zugangsbeschränkungen erscheinen notwendig und gerechtfertigt. Kinder brauchen Schutzräume – auch im digitalen Raum.</p>



<p>Gleichzeitig warnen wir vor pauschalen Verboten, da diese ohne flankierende strukturelle Maßnahmen zu kurz greifen und sogar kontraproduktiv wirken können. Es geht um eine sorgfältige Güterabwägung zwischen dem Schutz vor den entwicklungsgefährdenden Auswirkungen von Social Media und Kinderrechten. Kinderschutz im digitalen Raum erfordert daher einen differenzierten, mehrdimensionalen Ansatz, der diese Rechte in Einklang bringt und die Verantwortung dort platziert, wo sie hingehört: bei den Plattformen selbst, der Politik und erwachsenen Bezugspersonen – nicht primär bei Kindern und Jugendlichen.</p>



<p>Der Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren spricht sich daher für folgende Maßnahmen aus:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gesetzliche Altersgrenze <strong>ab 16 Jahren für Content-Plattformen</strong> (z.  TikTok, Instagram, YouTube) sowie <strong>ab 14 Jahren</strong> <strong>für</strong> <strong>Messenger-Dienste </strong>(z. B. WhatsApp), mit datenschutzkonformer Altersverifikation</li>



<li>Medienbildung ab dem Volksschulalter für Kinder, Eltern und Fachkräfte</li>



<li>Klare rechtliche Rahmenbedingungen basierend auf dem Digital Services Act</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Bestehende rechtliche Regelungen für digitalen Kinderschutz stärker nutzen </h2>



<p>Der digitale Raum ist kein rechtsfreier Raum. Die rechtliche Ausgangslage ist bereits umfassender als oft dargestellt. Viele Plattformen haben in ihren eigenen Nutzungsbedingungen ein Mindestalter für die Nutzung festgelegt, kontrollieren dieses aber nicht. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sieht in Österreich bereits ein Mindestalter von 16 Jahren für die eigenständige Einwilligung in die Verarbeitung personenbezogener Daten vor. Der Digital Services Act (DSA) der EU verpflichtet große Online-Plattformen zu weitreichenden Schutzmaßnahmen für Minderjährige. Folgende Möglichkeiten bietet der DSA, um Plattformanbieter stärker in die Verantwortung zu nehmen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Implementierung von Altersverifikationssystemen</li>



<li>Verpflichtende Risikoanalysen für große Plattformen in Bezug auf den Schutz Minderjähriger und entsprechenden Kinderschutzrichtlinien angelehnt an internationale Standards für Kinderschutzkonzepte</li>



<li>Transparenzpflichten für sowie Anpassung von Empfehlungsalgorithmen und Inhaltsdarstellungen</li>



<li>Maßnahmen gegen die kommerzielle Nutzung persönlicher Daten von Kindern und Jugendlichen</li>



<li>Verbot personalisierter Werbung für Minderjährige</li>



<li>Verpflichtende Kontaktstellen und Beschwerdemechanismen für betroffene Personen</li>
</ul>



<p>Das zentrale Problem ist nicht das Fehlen rechtlicher Grundlagen, sondern deren mangelnde Um- und Durchsetzung. Die EU-Kommission und nationale Datenschutzbehörden verfügen bereits heute über die Befugnis, bei Verstößen gegen DSA und DSGVO Strafen in Milliardenhöhe zu verhängen. Statt neue nationale Sonderwege zu beschreiten, könnte Österreich seine Ressourcen auf die konsequente Anwendung bestehender Regelungen konzentrieren. Nationale Kinderschutzstrategien sollten sich eng an den europäischen Vorgaben orientieren und diese aktiv mitgestalten. Die geplante EU-Altersverifikations-App, die ab März 2026 getestet werden soll, bietet z. B. einen datenschutzkonformen Ansatz zur Umsetzung bestehender Altersgrenzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Ambivalenz von Verboten im Kinderschutz: Kinderrechte ernst nehmen</h2>



<p>Als Kinderschutzorganisation sehen wir uns der sorgfältigen Abwägung im Spannungsfeld zwischen Schutz- und Beteiligungsrechten von Kindern verpflichtet. Die UN-Kinderrechtskonvention garantiert nicht nur Schutzrechte (Schutz vor Gewalt und vor sexueller Ausbeutung), sondern auch Förder- und Beteiligungsrechte (Recht auf Beteiligung, auf Meinungs- und Informationsfreiheit, Zugang zu Medien und Informationen).</p>



<p>Pauschale Verbote bergen die Gefahr, Kinder und Jugendliche von Räumen der sozialen Teilhabe und Information auszuschließen. Für viele junge Menschen sind Social Media zentral für die Vernetzung und den Austausch mit Gleichaltrigen und die Informationsbeschaffung. Besonders für marginalisierte Gruppen, etwa LGBTQIA+-Jugendliche, junge Menschen mit Behinderung oder jene in ländlichen Regionen, können digitale Räume wichtige Schutz- und Vernetzungsräume darstellen. Ein Verbot würde diese Jugendlichen von wichtigen Unterstützungsstrukturen und dem Recht auf Informationsfreiheit abschneiden.</p>



<p>Zudem besteht die Gefahr, dass Verbote Jugendliche in unbegleitete Illegalität drängen. Erfahrungen aus Australien, wo seit Dezember 2025 ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige gilt, zeigen, dass viele Jugendliche Wege finden, Altersbeschränkungen zu umgehen – sei es durch VPN-Nutzung, gefälschte Altersangaben oder die Verwendung von Accounts Erwachsener. Die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche dann ohne Wissen und Begleitung ihrer Bezugspersonen Social Media nutzen, könnte sich erhöhen. Dabei könnten durch eine pädagogisch begleitete Nutzung wichtige Fähigkeiten wie Medienkompetenz, kritisches Denken und die Fähigkeit zur Selbstregulation in einem sicheren Rahmen erlernt und geübt werden. Verbote alleine vermitteln jedoch noch keine Kompetenzen.</p>



<p>Dennoch haben Jugendschutzgesetze auch bei unvermeidbaren technischen Umgehungsmöglichkeiten ihren Wert: Sie schaffen Klarheit über gesellschaftliche Normen und bieten Orientierung für Kinder, Eltern und Fachkräfte. Eine rechtlich verankerte Altersgrenze stärkt Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung, gibt Pädagog*innen Rückhalt und signalisiert jungen Menschen selbst, dass die Gesellschaft ihre besondere Schutzbedürftigkeit anerkennt. Insofern ist die Einführung klarer Regelungen sinnvoll – vorausgesetzt, sie werden in einen umfassenden Schutzansatz eingebettet und nicht als alleinige Lösung missverstanden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Risiken der frühen und unregulierten Nutzung</h2>



<p>Die Nutzung sozialer Medien unter 16 Jahren ist aus Sicht des Bundesverbandes Österreichischer Kinderschutzzentren mit zahlreichen Risiken verbunden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Frühzeitiger Konsum kann die Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig beeinträchtigen. Dazu gehören Auswirkungen auf Selbstwertgefühl, soziale Kompetenzen und reales Beziehungserleben durch unmittelbare zwischenmenschliche Kontakte. Dies kann zu sozialer Isolation, Gefühle der Vereinsamung und psychischen Problemen führen.</li>



<li>Intensive Social-Media-Nutzung korreliert mit erhöhten Raten von Depressionen und Angststörungen. Auch Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und eine reduzierte Aufmerksamkeitsspanne gehören zu den erwiesenen Risiken einer intensiven Nutzung.</li>



<li>Sexualisierte, stereotype und gewaltverherrlichende Inhalte führen zu einem verzerrten Körperbild und beeinflussen die sexuelle Selbstwahrnehmung. Besonders Instagram wird in Studien mit negativen Auswirkungen auf das Körperbild und die psychische Gesundheit junger Nutzerinnen in Verbindung gebracht.</li>



<li>Junge Menschen sind besonders empfänglich für irreführende Inhalte und extremisierte Sichtweisen. Die Orientierung an verzerrten Realitätsbildern kann das Vertrauen in demokratische und soziale Werte schwächen. Extremistische und ideologisch radikalisierende Inhalte, die oft gewaltverherrlichend sind, können insbesondere für Burschen und junge Männer eine bedeutsame Gefährdung darstellen.</li>



<li>Digitale Gewalt ist weit verbreitet, z. B. Cybermobbing. Besonders Mädchen und junge Frauen erleben häufig Beschämung, Ausgrenzung und psychische Belastungen durch Angriffe im Netz.</li>
</ul>



<p>In einer repräsentativen Umfrage in Österreich (<a href="https://www.saferinternet.at/news-detail/neue-studie-jugendliche-von-sexueller-belaestigung-im-internet-betroffen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Saferinternet.at</a>, 2025) gaben 38 % der Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren an, schon einmal sexuelle Belästigung im Internet erlebt zu haben. Die gleiche Anzahl von Jugendlichen wurde schon einmal aufgefordert, Nacktfotos oder -videos von sich zu schicken, 65 % meinen, dass Jugendliche häufig mit solchem Bildmaterial erpresst werden. Fast einem Drittel (28 %) wurden unangenehme sexuelle und intime Fragen gestellt.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Gestaltung vieler Plattformen – ihre Toxizität, die von ihrem Geschäftsmodell ausgeht – fördert abhängiges Verhalten. Aktuelle Studien zeigen bedenkliche Entwicklungen: Die WHO-Studie zur Gesundheit von Schulkindern (HBSC 2022) dokumentiert, dass 11 % der europäischen Jugendlichen Anzeichen problematischer Social-Media-Nutzung zeigen, in Deutschland sind es laut DAK-Studie (2024) 25 % der 10- bis 17-Jährigen und 4,7 % gelten als abhängig von Social Media.<br>Suchtverstärkende Design-Mechanismen wie Endless Scroll, manipulative Push-Benachrichtigungen, variable Verstärkung durch Likes und Empfehlungsalgorithmen, die auf Engagement optimiert sind, zielen darauf ab, möglichst viel Aufmerksamkeit zu binden und das Belohnungszentrum im Gehirn zu stimulieren. Diese manipulativen Mechanismen wirken auch auf Erwachsene, aber Kinder und Jugendliche, deren Fähigkeit zur Impulskontrolle und Selbstregulation noch nicht voll entwickelt ist, sind ihnen besonders ausgeliefert.</li>



<li>Die kommerzielle Ausbeutung von Minderjährigen durch Datensammlung, Profiling und personalisierte Werbung wird in der Praxis oft unzureichend unterbunden, obwohl sie durch den DSA verboten ist. Die Intransparenz algorithmischer Systeme verhindert zudem, dass Eltern, Pädagog*innen sowie die Jugendlichen selbst nachvollziehen können, wie Inhalte kuratiert werden und Aufmerksamkeit gesteuert wird.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Technische Machbarkeit und Datenschutzrisiken</h2>



<p>Die technische Umsetzung von Altersbeschränkungen wirft erhebliche datenschutzrechtliche und praktische Fragen auf. Derzeit werden verschiedene Methoden diskutiert: Selbstauskunft (leicht umgehbar), dokumentenbasierte Verifikation über ID Austria (Identitätsdaten werden übermittelt), biometrische Altersschätzung mittels KI (fehleranfällig und diskriminierend) oder Zero-Knowledge-Proofs (datenschutzfreundlich, aber technisch komplex).</p>



<p>Die Grundrechts-NGO epicenter.works, mit der der Bundesverband der Kinderschutzzentren im fachlichen Austausch steht, warnt eindringlich vor den Gefahren identitätsbasierter Altersverifikation. Geschäftsführer Thomas Lohninger formuliert es deutlich: „Sobald eine Altersverifikation an einen Identitätsnachweis gekoppelt ist, ist das anonyme und freie Internet Geschichte.“ Damit würde eine technische Infrastruktur geschaffen, die staatliche Kontrolle über digitale Teilhabe ermöglicht – mit enormen Risiken für Meinungsfreiheit, Datenschutz und Diskriminierung. Eine zukünftige Regierung könnte diese Infrastruktur nutzen, um den Zugang zu Social Media nach Herkunft, Religion oder anderen Kriterien zu steuern.</p>



<p>Auch die bei ID Austria verwendete Architektur birgt Probleme: Jede Altersüberprüfung wäre für das Innenministerium nachvollziehbar, was faktisch eine Protokollierung der Social-Media-Nutzung aller Bürger*innen bedeuten würde. Die australische Variante, bei der Plattformen selbst die Verifikation durchführen, z. B. durch hochgeladene Ausweise oder biometrische Nachweise, führt zur massenhaften Sammlung sensibler Identitätsdaten bei privaten Unternehmen, was zusätzliche Missbrauchsrisiken schafft. Hier ist eine klare Position erforderlich: Datenschutz ist ein Kinderrecht. Maßnahmen, die zum Schutz von Kindern gedacht sind, dürfen nicht ihre Privatsphäre und die aller anderen Bürger*innen fundamental gefährden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erfahrungen aus Australien: Zwischen Symbolpolitik und Realität</h2>



<p>Australien hat am 10. Dezember 2025 als erstes Land weltweit ein striktes Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige implementiert. Die ersten Wochen zeigen ein gemischtes Bild. Laut Regierungsangaben wurden 4,7 Millionen Accounts von Kindern und Jugendlichen deaktiviert, gelöscht oder eingeschränkt. Gleichzeitig berichten Medien, dass viele Jugendliche weiterhin Zugang zu Plattformen haben – durch VPN-Nutzung, gefälschte Altersangaben oder die Verwendung der Geräte ihrer Eltern.</p>



<p>Kritisch zu sehen ist auch, dass das australische Verbot nicht klar zwischen verschiedenen Diensten differenziert. Während TikTok, Instagram, Snapchat und Facebook gesperrt sind, bleiben Plattformen wie Roblox, WhatsApp und Messenger zugänglich. Diese Unterscheidung erscheint willkürlich, zumal auch auf den nicht gesperrten Plattformen Risiken wie Cybermobbing oder unangemessene Kontakte bestehen. Empfehlenswert wäre eine technologieneutrale Regelung, die nicht auf konkrete Unternehmen abzielt, sondern auf bestimmte Geschäftspraktiken und -tätigkeiten.</p>



<p>Aus kinderschutzfachlicher Sicht zeigt die australische Erfahrung, dass Verbote allein nicht ausreichen. Sie bieten bestenfalls Symbolpolitik, schaffen aber ohne begleitende Maßnahmen keine tatsächliche Sicherheit für junge Menschen im digitalen Raum. Positiv hervorzuheben ist, dass die Anbieter der Plattformen direkt in die Verantwortung genommen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Empfehlungen: Ein mehrdimensionaler Ansatz für wirksamen Kinderschutz</h2>



<p>Der Bundesverband der österreichischen Kinderschutzzentren empfiehlt einen umfassenden Ansatz, der an verschiedenen Ebenen ansetzt:</p>



<p><strong>Struktureller Kinderschutz bei Plattformen:</strong> Die Verantwortung muss primär bei den Plattformbetreiber*innen liegen. Wir fordern das Verbot suchtverstärkender Design-Mechanismen für Minderjährige, verpflichtende altersgerechte Standardeinstellungen (private Profile, deaktivierte Standortdaten, eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten durch Fremde), die konsequente und durch empfindliche Sanktionen untermauerte Unterbindung personalisierter Werbung für Minderjährige sowie Transparenzpflichten bezüglich algorithmischer Funktionsweisen. Unabhängige Audits durch Datenschutzbehörden und Kinderschutzorganisationen sowie erhebliche Sanktionen bei Verstößen sind unerlässlich.</p>



<p><strong>Datenschutzkonforme Altersverifikation:</strong> Sollten Altersverifikationssysteme eingeführt werden, müssen diese dem Grundsatz der Datenminimierung entsprechen. Die EU-Altersverifikations-App nach dem Zero-Knowledge-Prinzip, die ab März 2026 getestet wird, könnte ein gangbarer Weg sein – sofern sichergestellt ist, dass keine zentralisierte Speicherung von Identitätsdaten erfolgt. Epicenter.works schlägt einen alternativen Ansatz vor: gerätebasierte Altersverifikation durch Betriebssysteme, wobei nur die Altersgruppe, nicht die Identität an Apps weitergegeben wird. Solche Ansätze verdienen weitere Prüfung.</p>



<p><strong>Präventions- und Hilfsangebote:</strong> Der Ausbau von Präventionsprogrammen zu Social-Media-Sucht, Cybermobbing und Körperbildstörungen ist dringend erforderlich. Niederschwellige psychosoziale Unterstützung, etwa über Online-Beratung, muss ausgebaut werden. Früherkennung problematischer Nutzung in Schulen und Jugendeinrichtungen sowie evidenzbasierte Behandlungsangebote für Digitale-Medien-Nutzungsstörungen sind notwendig.</p>



<p><strong>Beteiligung von Kindern und Jugendlichen:</strong> Gemäß Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention müssen Kinder und Jugendliche systematisch in Regulierungsprozesse einbezogen werden. Ihre Perspektiven als Betroffene sind für wirksame Schutzmaßnahmen unverzichtbar. Forschung sollte mit und nicht über Kinder und Jugendliche zu ihren Bedürfnissen und Erfahrungen durchgeführt werden.</p>



<p><strong>Bildung und Befähigung:</strong> Ein effektiver Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum braucht nicht nur gesetzliche Regelungen, sondern auch umfassende Bildungsarbeit. Medienbildung muss integraler Bestandteil der schulischen und außerschulischen Bildungslandschaft sein und darf nicht bei den Kindern und Jugendlichen enden. Besonders wichtig sind folgende Aspekte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Kinder und Jugendliche</strong> brauchen altersgerechte und kontinuierliche medienpädagogische Begleitung, die ihnen hilft, digitale Inhalte kritisch zu hinterfragen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und sichere Kommunikationswege zu nutzen sowie Datenschutzbewusstsein zu entwickeln. Peer-Education-Ansätze, bei denen junge Menschen als Multiplikator*innen wirken, haben sich als besonders wirksam erwiesen.</li>



<li><strong>Eltern und Erziehungsberechtigte</strong> benötigen niederschwellige, praxisnahe Informationen und Schulungen, um ihre Kinder im digitalen Alltag kompetent begleiten zu können. Vielen fehlen Wissen, Orientierung und Handlungssicherheit. Daher sollten ihnen leicht zugängliche Beratungsangebote zur Verfügung stehen.</li>



<li><strong>Lehrkräfte und pädagogische Fachpersonen</strong> sind zentrale Bezugspersonen. Sie benötigen strukturell verankerte Fortbildungen und Unterstützungsangebote, um in Schule, Jugendhilfe und Freizeitpädagogik digitale Schutz- und Lernräume mitgestalten zu können.</li>



<li><strong>Multiplikator*innen im Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich</strong> sollten in der Lage sein, Risiken digitaler Medien zu erkennen, Kinder und Jugendliche zu stärken und Eltern kompetent zu beraten.</li>
</ul>



<p>Medienbildung ist ein kontinuierlicher Prozess, der sowohl Prävention als auch Intervention umfasst. Sie darf nicht allein auf Technikvermittlung beschränkt sein, sondern muss ethische, soziale und entwicklungspsychologische Fragen mitdenken.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Beispielhafte Maßnahmen für Kinder und Jugendliche:</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Workshops ab dem Volksschulalter, in denen spielerisch vermittelt wird, wie Werbung, Fake News und manipulative Inhalte funktionieren (z. B. ein „Detektivspiel“ zum Aufdecken von Desinformation).</li>



<li>Peer-Projekte an Schulen, in denen ältere Schüler: innen jüngeren vermitteln, wie man Privatsphäre schützt, Cybermobbing erkennt und mit Gruppenzwang in sozialen Medien umgeht.</li>



<li>Digitale Klassenregeln (z. B. gemeinsam erarbeitete Umgangsformen in WhatsApp-Gruppen oder bei der Nutzung von Schul-iPads), die das Bewusstsein für Kommunikation, Respekt und Pausen stärken.</li>



<li>Digitale Selbstreflexionstage mit Fragen wie: „Wie fühle ich mich nach 1 Stunde TikTok?“, „Wie wirkt ein perfektes Selfie auf mein Selbstbild?“ – mit Raum für Austausch und Entlastung.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Beispielhafte Maßnahmen für Eltern und Erziehungsberechtigte:</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Elternabende oder Elterncafés mit kurzen Inputs von Medienpädagog*innen und viel Raum für Fragen, Unsicherheiten und Alltagssituationen („Was tun, wenn mein Kind nachts am Handy ist?“).</li>



<li>Infokarten oder Kurzvideos in einfacher Sprache, z. B. über „Einstellungen für mehr Sicherheit auf Instagram“, „Wie erkenne ich gefährliche Challenges?“ oder „Was ist ein gesundes Bildschirmverhalten?“</li>



<li>Begleitbroschüren zu Elterngesprächen im Kindergarten oder Schuleingangsphase, um über Medienkonsum ins Gespräch zu kommen.</li>



<li>Angebot einer Mediensprechstunde oder Onlineberatung, wo Eltern individuelle Anliegen besprechen können.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Beispielhafte Maßnahmen für Lehrkräfte und pädagogische Fachpersonen:</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Verpflichtende Module zur digitalen Resilienz im Rahmen der Lehrer: innen Ausbildung (z. B. zu digitaler Gewalt, Sexting, Cybergrooming).</li>



<li>Pädagogische Tage mit externen Expert: innen zu Themen wie: „Digitale Selbstwirksamkeit fördern“, „Online-Risiken frühzeitig erkennen“ oder „Mit Eltern über digitale Themen ins Gespräch kommen“.</li>



<li>Kooperation mit Schulsozialarbeit oder Jugendservices, um regelmäßig Inputs in den Unterricht zu holen.</li>



<li>Digitale Schutzkonzepte für Schulen und Horte, die klare Handlungsanleitungen für Krisen (z.  Mobbingvideos) und präventive Maßnahmen enthalten</li>
</ul>



<p>Beispielhafte Maßnahmen für Multiplikator: innen im Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Interdisziplinäre Fortbildungen für Fachkräfte, z. B. zu: „Digitale Gewalt erkennen und ansprechen“, „Soziale Medien als Risikofaktor in der psychischen Gesundheit“.</li>



<li>Handreichungen für Beratungsgespräche, z. B. Checklisten für psychosoziale Einrichtungen: „Was sollte ich Jugendliche fragen, wenn sie mit Problemen rund ums Internet kommen?“</li>



<li>Kampagnen zur Sensibilisierung in Gesundheitszentren oder auf Jugendplattformen, mit Fokus auf: „Digitale Balance“, „Sicher kommunizieren“ oder „Sich selbst schützen im Netz“.</li>



<li>Netzwerktreffen regionaler Einrichtungen, um Best-Practice-Beispiele auszutauschen und gemeinsam Handlungsstrategien zu entwickeln.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit und Position</h2>



<p>Der Bundesverband der Österreichischen Kinderschutzzentren tritt für eine Gesellschaft ein, in der alle Kinder und Jugendlichen sicher, gesund und in Würde aufwachsen können. Dieser Anspruch gilt auch und gerade im digitalen Raum. Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Schutz, Förderung und Teilhabe – offline wie online.</p>



<p>Die Realität sozialer Medien entspricht diesem Anspruch derzeit nicht. Der Bundesverband der Österreichischen Kinderschutzzentren sieht es daher als seine Verantwortung, auf Risiken hinzuweisen, politische Maßnahmen zu fordern und aktiv zur Bewusstseinsbildung beizutragen. Unsere Haltung ist geprägt von entwicklungspsychologischem Wissen, sozialpädagogischer Praxis und menschenrechtlichen Grundsätzen.</p>



<p>Wirksamer Kinderschutz im digitalen Raum erfordert einen Paradigmenwechsel: Die Verantwortung darf nicht primär auf Kinder, Jugendliche und Eltern abgewälzt werden. Vielmehr müssen die Geschäftsmodelle und Design-Mechanismen der Plattformen so reguliert werden, dass sie das Wohl von Kindern und Jugendlichen priorisieren, nicht die Maximierung von Reichweite und Profit. Begleitend braucht es massive Investitionen in Bildung, Befähigung und Unterstützungsangebote. Nur so kann ein digitales Umfeld geschaffen werden, in dem junge Menschen sicher aufwachsen, ihre Rechte wahrnehmen und sich bestmöglich entfalten können.</p>



<p>Deshalb sprechen wir uns mit Nachdruck für folgende Maßnahmen aus:</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unsere Forderungen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung sozialer Medien und 14 Jahre für Messenger-Dienste</li>



<li>Verlässliche technische Zugangskontrollen und Altersverifikation</li>



<li>Strenge gesetzliche Vorgaben auf Basis des Digital Services Act</li>



<li>Nachhaltige, lebensweltorientierte Medienbildung für Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte</li>



<li>Ein gesellschaftlicher Rahmen, der digitale Räume sicher, gerecht und entwicklungsfördernd gestaltet</li>
</ul>



<p></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fünf getötete Kinder in zwei Monaten – wenn das engste Umfeld zur Gefahr wird: Prävention und Kinderschutz brauchen mehr Aufmerksamkeit</title>
		<link>https://die-moewe.at/fuenf-getoetete-kinder-praevention-und-kinderschutz-brauchen-mehr-aufmerksamkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 09:26:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesen Tagen beginnt in Österreich eine Gerichtsverhandlung wegen versuchten Mordes an einem Kind. Das betroffene Kind hat überlebt. Viele andere Kinder haben dieses Glück nicht. Allein in den Monaten Jänner und Februar dieses Jahres wurden in Österreich fünf Kinder gewaltsam getötet. „Diese Fälle führen uns schmerzhaft vor Augen, dass Kinder gerade im engsten Umfeld [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In diesen Tagen beginnt in Österreich eine Gerichtsverhandlung wegen versuchten Mordes an einem Kind. Das betroffene Kind hat überlebt. Viele andere Kinder haben dieses Glück nicht. Allein in den Monaten Jänner und Februar dieses Jahres wurden in Österreich fünf Kinder gewaltsam getötet.</p>
<p>„Diese Fälle führen uns schmerzhaft vor Augen, dass Kinder gerade im engsten Umfeld besonders gefährdet sein können. Gewalt gegen Kinder passiert meist dort, wo sie eigentlich Schutz und Geborgenheit erfahren sollten“, sagt Hedwig Wölfl, Geschäftsführerin der Kinderschutzorganisation die möwe.</p>
<p>Studien zeigen seit Jahren, dass junge Kinder – insbesondere Buben – zu den am stärksten gefährdeten Personengruppen bei Tötungsdelikten zählen. In den meisten Fällen geht die Gefahr dabei vom unmittelbaren familiären Umfeld aus.</p>
<p>Schwerste Kindesmisshandlungen, darunter Schütteltraumatisierungen, hinterlassen massive körperliche und psychische Folgeschäden. Schädel-Hirn-Traumata im Säuglings- und Kleinkindalter bedeuten ein hohes Risiko für bleibende Behinderungen oder den Tod.</p>
<p>Die Hintergründe von Tötungsdelikten an Kindern sind unterschiedlich und komplex. Sie reichen von Tötungen unmittelbar nach der Geburt über massive Überforderung, Isolation und psychosoziale Belastungen bis hin zu schweren psychiatrischen Erkrankungen wie wahnhaften Störungen oder erweiterten Suiziden.</p>
<p>„Gerade weil Gewalt an Kindern meist im privaten Umfeld passiert, braucht es starke Präventionsstrukturen und niederschwellige Unterstützungsangebote für Familien. Viele Situationen eskalieren aus Überforderung, fehlender Unterstützung oder unbehandelten psychischen Belastungen“, betont Wölfl.</p>
<h2>Frühe Unterstützung kann Gewalt verhindern</h2>
<p>Schwangerschaft und die ersten Lebensjahre eines Kindes stellen Familien vor große Herausforderungen. Schlafmangel, finanzielle Sorgen, Beziehungsbelastungen oder fehlende soziale Unterstützung können Eltern an ihre Grenzen bringen.</p>
<p>Hier setzen die Frühen Hilfen an: Sie bieten ein niederschwelliges, freiwilliges und kostenloses Unterstützungsangebot für (werdende) Familien. Ziel ist es, Familien frühzeitig zu begleiten, elterliche Kompetenzen zu stärken und Risiken für Kinder zu reduzieren, bevor Gewalt entsteht.</p>
<p>Die Leiterin des Bereichs „Frühe Hilfen“ in der möwe Christina Gerstbach weist darauf hin, dass Prävention nicht Kontrolle von Familien bedeutet, sondern rechtzeitige Unterstützung. „Eltern müssen wissen, dass sie Hilfe bekommen können, bevor Situationen eskalieren“.</p>
<h2>Kinderschutzzentren helfen nach Gewalt</h2>
<p>Wenn Gewalt bereits passiert ist, leisten Kinderschutzzentren zentrale Unterstützung. Mit Krisenintervention, Beratung und therapeutischer Begleitung erhalten betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Bezugspersonen die notwendige Hilfe.</p>
<p>Darüber hinaus vertreten sie die Rechte betroffener Kinder in strafrechtlichen Ermittlungsverfahren – ebenso wie jene von Geschwisterkindern oder Hinterbliebenen nach Tötungsdelikten.</p>
<h2>Bewusstsein schaffen und Hilfe sichtbar machen</h2>
<p>Die Berichterstattung über Gewalt an Kindern ist schwer auszuhalten – und dennoch wichtig. Sie macht sichtbar, dass Kindeswohlgefährdung kein Randphänomen ist und in allen sozialen Schichten vorkommen kann.</p>
<p>Gleichzeitig ist es entscheidend, dass mediale Berichterstattung immer auch auf Unterstützungsangebote hinweist: auf Frühe Hilfen für Eltern, auf Kinderschutzzentren für betroffene Kinder und auf Hilfsangebote für Familien in Krisen.</p>
<p>„Eltern, die merken, dass sie an ihre Grenzen kommen, müssen wissen: Es gibt Unterstützung. Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Verantwortung – und ein wichtiger Schritt, um Kinder zu schützen“, sagt Wölfl.</p>
<h2>Kinderschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe</h2>
<p>Jedes getötete oder schwer misshandelte Kind ist eines zu viel. Die fünf Kindstötungen der ersten beiden Monate dieses Jahres dürfen nicht zur bloßen Statistik werden.</p>
<p>Kinderschutz braucht ausreichende Ressourcen, starke Präventionsangebote und eine Öffentlichkeit, die hinsieht. Ebenso braucht es politische Verantwortung, die den Schutz von Kindern strukturell, finanziell und präventiv absichert.</p>
<hr />
<h2>Wichtige Hilfsangebote:</h2>
<p>die möwe Kinderschutz: <a href="http://www.die-moewe.at">www.die-moewe.at</a></p>
<p>Kinderschutzzentren in Österreich: <a href="http://www.kinderschuetzen.at">www.kinderschuetzen.at</a></p>
<p>Frühe Hilfen in Österreich: <a href="http://www.fruehehilfen.at">www.fruehehilfen.at</a></p>
<p>Rat auf Draht: <a href="http://www.rataufdraht.at">www.rataufdraht.at</a></p>
<hr />
<h2>Verletzung und Tötung von Kindern – Infosammlung</h2>
<p><strong>Neonatizid</strong> = Tötung ei­nes Neu­ge­borenen in­ner­halb der er­sten 24 Stunden nach sei­ner Geburt, ent­weder aktiv oder durch Nicht­versorgung. Täter sind meist die Müt­ter, selten sind auch Dritte beteiligt. Mög­liche Ur­sachen sind un­gewoll­te Schwangerschaften und Ü­ber­forderung. In Deutschland geht man von et­wa 30 Fäl­len jähr­lich aus <em>(Quelle: </em><a href="https://www.pschyrembel.de/neonatizid/A0TQM/doc/" target="_blank" rel="noopener"><em>Pschyrembel</em></a><em>)</em></p>
<p><strong>Infantizid</strong> = Tötung ei­nes Kindes im Al­ter von 1 Tag bis zu ei­nem Jahr, meist von ei­nem El­tern­teil. Das Risiko, getötet zu werden, sinkt bei Kindern mit dem Al­ter. Ur­sachen sind bei­spiels­weise Ü­ber­forderung ei­nes El­tern­teils oder un­gewoll­te Schwangerschaften <em>(Quelle: </em><a href="https://www.pschyrembel.de/infantizid/A0TQN/doc/" target="_blank" rel="noopener"><em>Pschyrembel</em></a><em>)</em></p>
<p><strong>Filizid </strong>= Tötung eines Kindes über einem Jahr, meist durch Mutter und/oder Vater. Das Risiko, getötet zu werden, sinkt mit dem Alter des Kindes. Ursachen sind beispielsweise Überforderung eines Elternteils, wirtschaftliche Gründe, Drogenabhängigkeit oder psychische Erkrankungen <em>(Quelle: </em><a href="https://www.pschyrembel.de/Filizid/A0TQP" target="_blank" rel="noopener"><em>Pschyrembel</em></a><em>)</em></p>
<p>Beim <strong>Schütteltrauma</strong> werden durch heftiges Schütteln Gehirn und Blutgefäße von Babys geschädigt. Zwischen 10 und 30 Prozent der betroffenen Kinder sterben an den Folgen, die meisten Überlebenden behalten lebenslange Schäden. Als Hauptauslöser für Schütteltrauma gelten Überforderung und Kontrollverlust der Eltern bei anhaltendem intensivem Babyschreien. <a href="https://fruehehilfen.at/sites/fruehehilfen.at/files/2024-02/WennBabysweinen_NZFHat_deutsch.pdf" target="_blank" rel="noopener">Folder &#8222;Wenn Babys weinen&#8220;</a></p>
<p><a href="https://die-moewe.at/fruehehilfen/"><strong>Frühe Hilfen</strong></a> beraten und begleiten Schwangere, werdende Väter und Eltern mit Kindern bis zum 3. Geburtstag bei persönlichen, gesundheitlichen, finanziellen oder familiären Themen. Den Familien wird eine Familienbegleiterin zur Seite gestellt. Gemeinsam mit der Familie werden Fragen, Sorgen und Freuden besprochen und Lösungswege gefunden. Je nach Situation steht die Familienbegleiterin der Familie über einen längeren Zeitraum als Ansprechperson zur Verfügung. Bei Bedarf vermittelt sie zu den zahlreichen Angeboten im Frühe Hilfen Netzwerk.</p>
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<p><em>Bildhinweis: Beitragsbild erstellt mit Hilfe von KI.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://die-moewe.at/fuenf-getoetete-kinder-praevention-und-kinderschutz-brauchen-mehr-aufmerksamkeit/">Fünf getötete Kinder in zwei Monaten – wenn das engste Umfeld zur Gefahr wird: Prävention und Kinderschutz brauchen mehr Aufmerksamkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://die-moewe.at">die möwe</a>.</p>
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		<title>Aktuelle Studie zu Gewalt und Missbrauch an Kindern zeigt hohen Bedarf an Aufklärung und Prävention</title>
		<link>https://die-moewe.at/gewaltstudie-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Nov 2025 09:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wien, 18.11. 2025 – Genau fünf Jahre nach der Durchführung der letzten Studie hat die Kinderschutzorganisation die möwe 2025 erneut eine repräsentative Befragung zu Einstellung und Bewusstsein zu Gewalt an Kindern in der österreichischen Bevölkerung durchgeführt. Insgesamt 1.000 Personen wurden zusätzlich zu ihren Gewalterfahrungen in der Kindheit und zur eigenen Einstellung zu Erziehungsmethoden befragt. Enttäuschende [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://die-moewe.at/gewaltstudie-2025/">Aktuelle Studie zu Gewalt und Missbrauch an Kindern zeigt hohen Bedarf an Aufklärung und Prävention</a> erschien zuerst auf <a href="https://die-moewe.at">die möwe</a>.</p>
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				<li class="breadcrumb-item active" aria-current="page">Aktuelle Studie zu Gewalt und Missbrauch an Kindern zeigt hohen Bedarf an Aufklärung und Prävention</li>
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<p>Wien, 18.11. 2025 – Genau fünf Jahre nach der Durchführung der letzten Studie hat die Kinderschutzorganisation die möwe 2025 erneut eine repräsentative Befragung zu Einstellung und Bewusstsein zu Gewalt an Kindern in der österreichischen Bevölkerung durchgeführt. Insgesamt 1.000 Personen wurden zusätzlich zu ihren Gewalterfahrungen in der Kindheit und zur eigenen Einstellung zu Erziehungsmethoden befragt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Enttäuschende Ergebnisse</h2>



<p>Die Studie wurde seit 2009 mit leichten Abwandlungen und Aktualisierungen an aktuelle Fragestellungen bereits fünf Mal durchgeführt – zuletzt 2020. Die Erwartungen waren aufgrund der hohen Medienpräsenz von erschreckenden Gewalt- und Missbrauchsfällen in den letzten Jahren hoch.&nbsp; Doch zeigen die Zahlen, dass es nach wie vor in einigen Bereichen viel zu tun gibt und dass das Wissen, was die verschiedenen Gewaltformen für Kinder und Jugendliche bedeuten, nach wie vor nicht bei allen Menschen angekommen ist:</p>



<p>Noch immer antworten lediglich zwei Drittel der Befragten, dass eine gewaltfreie Erziehung die optimale Erziehungsform sei und immerhin 14 % sind der Meinung, dass man manchmal auch drastische Mittel in der Erziehung einsetzen muss.&nbsp; „Ein wirklich enttäuschendes Ergebnis“, meint Hedwig Wölfl, Geschäftsführerin der möwe, „35 Jahre nach der Einführung eines Verbots von Gewalt in der Erziehung hätten wir gehofft, dass weniger Menschen Gewalt in der Erziehung für notwendig halten. Hier gibt es noch viel zu tun! Es braucht mehr Aufklärung, Bewusstseinsbildung und Kampagnen, die alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten erreichen. Dafür müsste dringend Geld frei gemacht werden. Eine Chance wären auch verpflichtende Beratungen zu psychosozialen Themen während der Schwangerschaft und in der ersten Zeit mit dem Kind. Programme wie die Frühen Hilfen sind hier ein wirksamer Schritt in die richtige Richtung.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gewalterleben in der Kindheit</h2>



<p>Wie bereits in Vorstudien lässt sich erkennen, dass Gewalterleben ein Generationenthema ist.</p>



<p>Besonders gut zu sehen ist das bei der Frage nach körperlicher Gewalt, bei der 10% der 14 – 29jährigen angeben, solche erlebt zu haben oder zu erleben, während das bei den über 64jährigen 46 % sind. Immerhin 76% der 10 – 29jährigen sagen, keine Form von Gewalt erlebt zu haben oder zu erleben, während das bei den über 64jährigen weniger als die Hälfte der Befragten angeben.</p>



<p>Leider gibt es keine aktuelle Studie zu Gewalterleben in der Bevölkerung, die das differenzierter und mit einer größeren Stichprobe erfasst und die Zahlen aus der Statistik des Innenministeriums bilden nur die Spitze des Eisbergs ab. Dr.in Sabine Völkl-Kernstock, Psychologin und Vorstandsmitglied der möwe meint: „Das Bewusstsein, dass Gewalterleben schädlich ist, steigt zwar in unserer Gesellschaft, jedoch ist auch weiterhin Präventionsarbeit notwendig, auch in Anbetracht kultureller Unterschiede im Verständnis und sich verändernder Formen von Gewalt.“ Rückblickend auf frühere Studien lässt sich feststellen, dass körperliche Gewalt eher rückläufig ist, während psychische Gewaltformen zunehmen und aktuell neue digitale Gewaltformen dazukommen. Zusätzlich wäre es wichtig, die Aufklärungsarbeit bei Buben und Burschen zu verstärken. Dass aktuell deutlich mehr Mädchen als Burschen in Kinderschutzzentren Hilfe suchen, ist nicht auf eine deutliche höhere Evidenz bei Mädchen zurückzuführen, sondern dass Gewalterleben für Buben und Burschen nach wie vor um ein Vielfaches schambehafteter zu sein scheint als für Mädchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unterschiedlicher Wissensstand bei alten und neuen Gewaltformen</h2>



<p>Besonders in Hinblick auf die unterschiedlichen Gewaltformen fällt auf, dass es scheinbar nach wie vor sehr unterschiedlichen Wissensstand und sehr differenzierende Meinung dazu gibt.</p>



<p>Bei der Beurteilung verschiedener Szenarien lagen die Werte für <strong>körperliche Gewalt</strong> bei um die 90 %, aber es ist auch hier – analog zur Frage nach der bevorzugten Erziehungsform – noch so, dass körperliche Gewalt in manchen Situationen als „gerechtfertigt“ angesehen wird.</p>



<p>Die größte Verbesserung im Bewusstsein über Gewalt kann man bei der Beurteilung von <strong>psychischer Gewalt</strong> sehen, wobei hier nach wie vor Luft nach oben ist: denn noch immer sind es rund ein Drittel der Befragten, die das Anschweigen eines Kindes oder die Drohung von Liebesentzug nicht als gewaltvolle Handlung wahrnehmen.</p>



<p>Erstmals abgefragt wurden Szenarien der <strong>Vernachlässigung</strong>, wie z.B. die Vorstellung, dass ein Volksschulkind keine regelmäßigen Mahlzeiten bekommt und mehrmals die Woche bis spätabends allein gelassen wird. Auch dass Kinder von Bildung und von Gleichaltrigen ferngehalten werden, erkennen nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten als Gewalt. “Dieses Thema ist genauso wenig wie die problematische <strong>Nutzung von digitalen Medien </strong>in den Köpfen der Menschen angekommen“, meint Johanna Zimmerl, Bereichsleiterin der möwe Kinderschutzzentren „Wenn Kinder mehrere Stunden am Handy oder Tablet beschäftigt werden, oder sich stundenlang niemand um sie kümmert, dann schädigt das die Kinder und Jugendlichen dauerhaft. Hier finden sich Themen von Unwissenheit bis Überforderung auf Elternseite wieder, die nachhaltig und massiv Bindungsentwicklung und Beziehungsfähigkeit der Kinder beeinträchtigen“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Formen sexualisierter Gewalt in der Studie erstmals abgefragt</h2>



<p>Ebenfalls in Zusammenhang mit der Nutzung digitaler Medien stehen neue Formen von Gewalt, die in der Studie erstmals abgefragt wurden. Immerhin ordneten 88% der Befragten das unerwünschte Versenden oder ins Netz stellen von Nacktfotos durch andere Jugendliche als sexuelle Gewalt ein.</p>



<p>Während eindeutige sexuelle Handlungen mit Kindern oder das Zeigen von pornografischen Materialien klar zugeordnet werden, sind erstaunlicherweise immer mehr Menschen der Meinung, dass die Aufklärung eines 4jährigen Kindes oder das gemeinsame Bad von Eltern und jungen Kindern ebenso als sexuelle Gewalt einzuordnen ist. „Hier bleibt weiterhin viel zu tun an Präventions- und Informationsarbeit, um Kinder auch in ihrer sexuellen Entwicklung altersentsprechend begleiten zu können“ meint Zimmerl „denn es darf nicht nur um ein Aufklärungsgespräch gehen, sondern um die Entwicklung einer gesunden Selbstwahrnehmung und eines Bewusstseins für die eigenen Wünsche und Grenzen auch als wesentlicher Schutzfaktor vor dem Erleben sexueller Übergriffe.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kinderschutz braucht Zivilcourage</h2>



<p>Auf die Frage, ob sie schon einmal den Verdacht hatten, dass ein Kind durch Gewalt gefährdet ist, antworteten 17 % mit Ja. Dieser Wert ist in den letzten Jahren zwar angestiegen, doch geben 20 % davon an, dass sie trotz eines Verdachts nichts unternommen haben und ihr Wissen für sich behalten haben. Auch Menschen, die noch nie einen Verdacht hatten, geben zu 8 % an, dass sie nichts tun würden, bzw. sich lediglich diskret verhalten würden. „Wir appellieren an alle Menschen und erinnern daran, dass die Erwachsenen für den Schutz von Kindern die Verantwortung übernehmen müssen“ meint Wölfl, „und natürlich möchte niemand jemanden anschwärzen oder unbegründete Verdächtigungen aussprechen. Darum stehen die Kolleg*innen in den Kinderschutzzentren für die Beratung zur Verfügung. Gemeinsam mit einer Kinderschutzexpertin oder einem Kinderschutzexperten kann die Bewertung der Situation erleichtert werden und es werden auch Empfehlungen für nächste Handlungsschritte weitergegeben.“ Dass bei Verdacht Polizei und Kinder- und Jugendhilfe verständigt werden können, ist der Allgemeinheit zwar bekannt, aber wie im Ernstfall gehandelt wird, unterscheidet sich doch wesentlich.</p>



<p>Ein ähnliches Bild zeigt sich bei dem Verdacht einer Vernachlässigung eines Kindes. 17% haben einen solchen bereits gehabt, aber nur die Hälfte von ihnen hat diesen Verdacht auch gemeldet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Expert*innen plädieren für Prävention statt härteren Strafen</h2>



<p>Nach härteren Strafen oder Zwangstherapie von Täter*innen rufen nach wie vor ein Großteil der befragten Menschen, während die von Expert*innen empfohlenen präventiven und aufklärenden Maßnahmen deutlich schlechtere Werte erzielen. Auch hier gilt es weiter zu informieren und auch politisch Einfluss zu nehmen. „Gerade bei medial bekannten Fällen erleben wir eine starke Polarisierung, die weder für die Sache noch für die Betroffenen hilfreich ist“ meint Sabine Völkl-Kernstock „als Expert*innen wissen wir, dass der wirksamste Kinderschutz die Prävention ist, die bereits ab dem Kleinkindalter im pädagogischen Kontext, insbesondere durch die Erziehung der Eltern und deren Vorbildwirkung vermittelt werden soll.“ Dabei ist es wichtig, dass Kinder lernen, gut auf sich zu achten und eigene Grenzen zu erkennen, aber ebenso lernen, sorgfältig und anständig mit anderen Menschen umzugehen und deren Grenzen zu respektieren. „Zu erwähnen ist dabei auch, dass Fehlverhalten passiert und wenn dem so ist, benötigt es eine entsprechende Konsequenz, im Sinne einer Wiedergutmachung,“ meint sie „Also was muss ich tun, damit ich meinen Fehler einsehe und der Person oder der Sache, der ich geschadet habe, eine wieder besser machende Handlung entgegensetze.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Studienergebnisse untermauern daher die wichtigsten Forderungen der möwe: </h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Es braucht noch mehr Aufklärung, Bewusstseinsbildung und Kampagnen, die alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten erreichen</li>



<li>Alle Berufsgruppen, die mit Kindern arbeiten, müssen in der Ausbildung verpflichtend in Bezug auf Kinderrechte und Kinderschutz geschult werden</li>



<li>Gewaltfreie Erziehung kann erlernt werden – wir fordern verpflichtende Beratungen zu psychosozialen Themen während der Schwangerschaft und in der ersten Zeit mit dem Kind</li>



<li>Die Politik muss das Thema Kinderschutz verstärkt in den Fokus nehmen</li>



<li>Kinderschutz ist die Aufgabe einer ganzen Gesellschaft. Es braucht Zivilcourage und Menschen, die hinschauen, Kindern glauben und helfen</li>



<li>Besonders vulnerable Gruppen, wie Kinder mit Behinderung oder auch Kinder die zB in Wohngemeinschaften untergebracht werden müssen, weil sie kein sicheres Zuhause in der Familie haben, brauchen verstärkt fachgerechte Unterstützung</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Die Psychologin und Kinderschutzexpertin Wölfl stellt zusammenfassend fest: </h2>



<p class="is-style-plain">„Insgesamt muss die Versorgung von gewaltbetroffenen Kindern und Jugendlichen auch weiterhin gesichert werden. Die lebenslangen individuellen sowie in der Folge auch volkwirtschaftlichen Folgen von Gewalterfahrungen dürfen nicht unterschätzt werden!”</p>



				
		<a 
			
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					Gesamte Studie 
					
					 
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<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Interviews &amp; Beiträge</h2>



<p>Hier finden Sie eine Sammlung verschiedener Beiträge über unsere Gewaltstudie zum Nachlesen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der Standard, 18.11.2025: <a href="https://www.derstandard.at/story/3000000296860/mehr-als-ein-fuenftel-haelt-leichte-koerperstrafen-als-erziehungsmittel-fuer-richtig">Mehr als ein Fünftel hält leichte Körperstrafen als Erziehungsmittel für richtig &#8211; Inland &#8211; derStandard.at › Inland</a></li>



<li>Die Presse, 18.11.2025: <a href="https://www.diepresse.com/20318529/jeder-dritte-unterstuetzt-strengere-erziehungsmethoden">https://www.diepresse.com/20318529/jeder-dritte-unterstuetzt-strengere-erziehungsmethoden</a></li>



<li>Salzburger Nachrichten, 18.11.2025: <a href="https://www.sn.at/panorama/oesterreich/gewalt-kindern-neue-studie-bildungsluecken-oesterreich-187872775">Gewalt an Kindern: Ein Fünftel der Österreicher hält „Klapps auf den Hintern“ für angemessen | SN.at</a></li>



<li>Heute, 18.11.2025: <a href="https://www.heute.at/s/jedes-4-kind-betroffen-eltern-schlagen-noch-immer-zu-120144702">Schockierende Studie – Jedes 4. Kind betroffen – Eltern schlagen noch immer zu | Heute.at</a></li>



<li>Kleine Zeitung, 18.11.2025: <a href="https://www.kleinezeitung.at/service/newsticker/chronik/20318427/ein-drittel-fuer-drastische-mittel-bei-kindererziehung">Wien: Ein Drittel für &#8222;drastische Mittel&#8220; bei Kindererziehung</a></li>



<li>Vienna.at, 18.11.2025: <a href="https://www.vienna.at/gsunde-watschn-in-ordnung-jeder-dritte-befuerwortet-gewalt-in-der-kindererziehung/9813065">G’sunde Watschn in Ordnung: Jeder Dritte befürwortet Gewalt in der Kindererziehung &#8211; VIENNA.AT</a></li>



<li>NÖN, 18.11.2025: <a href="https://www.noen.at/in-ausland/ein-drittel-fuer-drastische-mittel-bei-kindererziehung-498195408">Ein Drittel für &#8222;drastische Mittel&#8220; bei Kindererziehung &#8211; NÖN.at</a></li>



<li>bvz, 18.11.2025: <a href="https://www.bvz.at/in-ausland/ein-drittel-fuer-drastische-mittel-bei-kindererziehung-498195408">Ein Drittel für &#8222;drastische Mittel&#8220; bei Kindererziehung &#8211; BVZ.at</a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</li>



<li>VOL – Vorarlberg online, 18.11.2025: <a href="https://www.vol.at/gsunde-watschn-in-ordnung-jeder-dritte-befuerwortet-gewalt-in-der-kindererziehung/9813065">G’sunde Watschn in Ordnung: Jeder Dritte befürwortet Gewalt in der Kindererziehung &#8211; VOL.AT</a></li>



<li>OE24, 18.11.2025: <a href="https://www.oe24.at/oesterreich/chronik/schock-umfrage-jeder-dritte-fuer-drastische-mittel-bei-kindererziehung/656594129">Schock-Umfrage: Jeder Dritte für &#8222;drastische Mittel&#8220; bei Kindererziehung &#8211; oe24.at</a></li>



<li>KOSMO, 18.11.2025: <a href="https://www.kosmo.at/schock-studie-jeder-fuenfte-findet-ohrfeige-fuer-kinder-okay/">Gewalt in der Erziehung: Jeder 5. Österreicher findet Klaps akzeptabel</a></li>



<li>Kronehit <a href="https://www.kronehit.at/news/gewalt-bei-erziehung/">https://www.kronehit.at/news/gewalt-bei-erziehung/</a></li>



<li>Puls 24: <a href="https://www.puls24.at/news/chronik/ein-drittel-fuer-drastische-mittel-bei-kindererziehung/450522">https://www.puls24.at/news/chronik/ein-drittel-fuer-drastische-mittel-bei-kindererziehung/450522</a></li>



<li>Heute.at: <a href="https://www.heute.at/s/jedes-4-kind-betroffen-eltern-schlagen-noch-immer-zu-120144702">https://www.heute.at/s/jedes-4-kind-betroffen-eltern-schlagen-noch-immer-zu-120144702</a></li>



<li>MSN, 18.11.2025: <a href="https://www.msn.com/de-at/lifestyle/gesundheit/jedes-4-kind-betroffen-eltern-schlagen-noch-immer-zu/ar-AA1QEXzX">Jedes 4. Kind betroffen – Eltern schlagen noch immer zu</a></li>



<li>Tiroler Tageszeitung, 19.11.2025: <a href="https://www.tt.com/artikel/30921933/erschuetternde-umfrage-20-prozent-befuerworten-ohrfeige-in-der-kindererziehung">Erschütternde Umfrage: 20 Prozent befürworten „Ohrfeige“ in der Kindererziehung | Tiroler Tageszeitung – Aktuelle Nachrichten auf tt.com</a></li>



<li>Kronehit, 19.11.2025 <a href="https://www.kronehit.at/news/gewalt-bei-erziehung/">https://www.kronehit.at/news/gewalt-bei-erziehung/</a></li>
</ul>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://die-moewe.at/gewaltstudie-2025/">Aktuelle Studie zu Gewalt und Missbrauch an Kindern zeigt hohen Bedarf an Aufklärung und Prävention</a> erschien zuerst auf <a href="https://die-moewe.at">die möwe</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Stellungnahme &#8211; Eltern-Kind-Pass</title>
		<link>https://die-moewe.at/stellungnahme-eltern-kind-pass/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2025 12:17:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://die-moewe.at/?p=6973</guid>

					<description><![CDATA[<p>Betrifft: Stellungnahme zu Ministerialentwurf betreffend Bundesgesetz, mit dem das Eltern-Kind-Pass-Gesetz, das Kinderbetreuungsgeldgesetz und das Familienlastenausgleichsgesetz 1967 geändert werden Die möwe Kinderschutz gemeinnützige GmbH begrüßt als umsetzende Organisation der Frühen Hilfen in Wien und Niederösterreich insbesondere die vorgesehene Schnittstelle zwischen dem elektronischen Eltern-Kind-Pass und den Frühen Hilfen. Als zentrales Vorsorgeinstrument für alle Schwangeren und Familien birgt [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://die-moewe.at/stellungnahme-eltern-kind-pass/">Stellungnahme &#8211; Eltern-Kind-Pass</a> erschien zuerst auf <a href="https://die-moewe.at">die möwe</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Betrifft: Stellungnahme zu Ministerialentwurf betreffend Bundesgesetz, mit dem das Eltern-Kind-Pass-Gesetz, das Kinderbetreuungsgeldgesetz und das Familienlastenausgleichsgesetz 1967 geändert werden</h2>



<p>Die möwe Kinderschutz gemeinnützige GmbH begrüßt als umsetzende Organisation der Frühen Hilfen in Wien und Niederösterreich insbesondere die vorgesehene Schnittstelle zwischen dem elektronischen Eltern-Kind-Pass und den Frühen Hilfen. Als zentrales Vorsorgeinstrument für alle Schwangeren und Familien birgt der Eltern-Kind-Pass damit ein immenses Potential, durch die Weitervermittlung von Familien in belasteten Lebenssituationen an die Frühen Hilfen das gesunde Aufwachsen von Kindern zu unterstützen. Damit der Eltern-Kind-Pass dieses Potential erfüllen kann, müssen jedoch Schwangere und Familien, die z.B. aufgrund psychosozialer Belastungen Unterstützungsbedarf haben, zuverlässig erkannt und durch qualifizierte Fachkräfte zu mehreren Zeitpunkten vor und nach der Geburt des Kindes beraten werden.<br>Die vorliegende Stellungnahme wurde in Abstimmung mit der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien erstellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Identifikation von psychosozialen Risikofaktoren</h2>



<p>Basierend auf mehreren Berichten des Ludwig Boltzmann Instituts für Health Technology Assessment wurden zwischen 2014 und 2018 zahlreiche Empfehlungen für einen weiterentwickelten Eltern-Kind-Pass in einem standardisierten, transparenten und evidenzinformierten Prozess durch eine multiprofessionelle und interdisziplinäre Facharbeitsgruppe erstellt<a></a><a href="#_ftn1" id="_ftnref1">[1]</a>. Dabei war u.a. das dezidierte Ziel, in dem bisher sehr medizinisch ausgerichteten Vorsorgeinstrument zukünftig auch psychosoziale Risikofaktoren und Belastungen verstärkt zu berücksichtigen. Dadurch sollte auch gewährleistet werden, dass der Eltern-Kind-Pass „auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit am Lebensanfang sowie auch zur Förderung von gesundheitlicher Chancengerechtigkeit leisten kann“<a href="#_ftn2" id="_ftnref2">[2]</a>.</p>



<p>Peripartale psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen während der Schwangerschaft und im ersten Jahr nach der Geburt: internationale Studien schätzen die Prävalenz auf 20% bei Müttern und 10% bei Vätern. Es gibt zudem eindeutige Evidenz für die potenziell negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Eltern und Kind.<a href="#_ftn3" id="_ftnref3">[3]</a> Mittels validierter Screening-Fragebögen können erhöhte Risiken für psychische Erkrankungen identifiziert werden. Die Facharbeitsgruppe für die Weiterentwicklung des Eltern-Kind-Passes hat sich – basierend auf internationalen, evidenzbasierten Leitlinien – in ihren Empfehlungen für den Einsatz solcher Screening-Fragebögen (<em>PHQ-4 Fragebogen, Ultrakurzform des Patient Health Questionnaire, umfasst die ersten beiden Fragen des Depressionsmoduls (PHQ-2) und die ersten beiden Fragen zur Erfassung der generalisierten Ängstlichkeit (GAD-2)</em>) ausgesprochen. <sup>&nbsp;</sup>Weitere von der Facharbeitsgruppe empfohlene Erhebungen umfassen die Leitfragen zur Erfassung von psychosozialen Belastungen (z.B. soziale/familiäre Unterstützung, finanzielle Absicherung, Überforderung, Sorgen/Belastungen, Bewältigungsstrategien) sowie zum Thema häusliche Gewalt und Substanzkonsum.<sup>1</sup><sup></sup></p>



<p>Dabei ist es unerlässlich, dass die Screenings und Abfragen von psychosozialen Belastungen nicht nur während der Schwangerschaft durchgeführt werden, sondern auch nach der Geburt des Kindes. Die Facharbeitsgruppe hat sich dafür ausgesprochen, die Screening-Fragebögen zu vier Zeitpunkten einzusetzen: so früh wie möglich in der Schwangerschaft, in Schwangerschaftswoche 24-28 sowie 6-8 Wochen und 3-5 Monate postpartal. Auch die anderen psychosozialen Belastungen und Risikofaktoren sollen jedenfalls zu mehreren Zeitpunkten und auch nach der Geburt abgefragt werden.<sup>1</sup><sup></sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Verpflichtendes Gesundheitsgespräch für gesundheitliche Chancengerechtigkeit</h2>



<p>Damit gewährleistet werden kann, dass Schwangere und Familien diese Screenings erhalten und peripartale psychische Erkrankungen sowie psychosozialer Unterstützungsbedarf erkannt werden, ist es notwendig, dass die Abfrage im Rahmen von „verpflichtenden“ Untersuchungen durchgeführt werden, d.h. an die Gewährung des Kinderbetreuungsgeldes gebunden sind.</p>



<p>Wie aus der Evaluation der Hebammenberatung im Rahmen der bisherigen Mutter-Kind-Pass Untersuchung hervorgeht, werden „freiwillige“ Untersuchungen nur von einem geringen Teil der Schwangeren/Familien genutzt: 2022 waren es beispielsweise nur rund 38 % der Schwangeren, die die „freiwillige“ Hebammenberatung zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche in Anspruch genommen haben. Zudem wurde das Angebot von Frauen über 30 Jahren sowie mit höherer Bildung überdurchschnittlich häufiger genutzt, während sehr junge Frauen und Frauen mit anderer Staatsbürgerschaft das Angebot deutlich seltener in Anspruch genommen haben.<a href="#_ftn4" id="_ftnref4">[4]</a> Im Sinne der Förderung gesundheitlicher und sozialer Chancengerechtigkeit sollten daher nicht nur rein medizinische Untersuchungen mit dem Kinderbetreuungsgeld verknüpft werden, sondern auch jene Untersuchungen und Beratungen, die auf das Erkennen von psychosozialen Belastungsfaktoren abzielen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Familien mit Unterstützungsbedarf auch tatsächlich von einem Angebot wie den Frühen Hilfen im Sinne der gesunden Entwicklung von Kindern profitieren können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Empfehlungen zum aktuellen Ministerialentwurf und zur geplanten Verordnung</h2>



<p>Für das überarbeitete Untersuchungsprogramm des elektronischen Eltern-Kind-Pass empfehlen wir daher abschließend, die folgenden Punkte unbedingt zu berücksichtigen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Psychosoziale Risikofaktoren müssen im überarbeiteten Untersuchungsprogramm verstärkt berücksichtigt werden, da sie die Gesundheit von Eltern und Kindern massiv beeinflussen. Ein Eltern-Kind-Pass, der weiterhin vorrangig medizinische Untersuchungen umfasst, würde dem dezidierten Ziel des Überarbeitungsprozess nicht entsprechen.</li>



<li>Die Identifizierung von psychosozialen Risikofaktoren und die Screenings auf psychische Erkrankungen sollten daher unbedingt im Rahmen von verpflichtenden, an den vollen Erhalt des Kinderbetreuungsgeldes gebundenen Untersuchungen und Beratungen erfolgen, damit v.a. auch sozioökonomisch benachteiligte Schwangere und Familien erreicht werden.</li>



<li>Die Screenings auf psychische Erkrankungen und psychosozialen Unterstützungsbedarf müssen zu mehreren Zeitpunkten während der Schwangerschaft und nach der Geburt erfolgen, um die Wahrscheinlichkeit des Erkennens entsprechender Symptome und Risikofaktoren zu erhöhen.</li>



<li>Gesundheitsdiensteanbieter:innen (GDA), die Gesundheitsgespräche durchführen und/oder psychosozialen Unterstützungsbedarf erheben, müssen fachliche Kompetenzen und Erfahrungen im Umgang mit Schwangeren und Familien mit psychischen Erkrankungen bzw. psychosozialen Belastungen sowie Kompetenzen in der Gesprächsführung bei sensiblen Themen aufweisen. Darüber hinaus müssen sie (regionale) Angebote wie Frühe Hilfen kennen, um bei Bedarf entsprechend beraten und weitervermitteln zu können.</li>



<li>Zur Sicherstellung der Qualität der Durchführung der Gesundheitsgespräche und der Erhebung von psychosozialem Unterstützungsbedarf wird dringend empfohlen, dass GDA (z.B. Fachärzt:innen für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) themenspezifische Fortbildungen absolvieren oder qualifizierte Fachpersonen mit Schwerpunkt im Bereich peripartale psychische Belastungen die Erhebung psychosozialer Risikofaktoren übernehmen.</li>



<li>Zusätzlich wird empfohlen, dass die Elternberatung im Rahmen des Eltern-Kind-Passes weiterhin von qualifizierten Fachpersonen der Familienberatungsstellen angeboten wird, um Familien bei sozioökonomischen Belastungen und psychosozialen Risikofaktoren zu beraten und zu Angeboten wie Frühe Hilfen weitervermitteln zu können. Diesbezüglich verweisen wir auf die Stellungnahme der Österreichischen Familienberatungsstellen.</li>
</ul>



<p>Wir ersuchen um Berücksichtigung der vorliegenden Stellungnahme.</p>



<p>Mit besten Grüßen</p>



<p>Mag.<sup>a</sup> Hedwig Wölfl</p>



<p>Geschäftsführung und Fachliche Leitung<br>die möwe Kinderschutz gemeinnützige GmbH</p>



				
		<a 
			
			class="block-aa0676a6-88b9-488b-98ba-4da4d17399ca btn areoi-has-url position-relative btn-primary"
	 href="https://www.parlament.gv.at/gegenstand/XXVIII/SNME/2656" title="Link zur Stellungnahme auf der Webseite des Parlaments" rel="noreferrer noopener" target="_blank" >
					
					Stellungnahme auf parlament.gv.at 
					
					 
				</a>
			


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Reinsperger I, Rosian K, Winkler R, Piso B. Eltern-Kind-Vorsorge neu. Teil XI: Mutter-Kind-Pass Weiterentwicklung: Screeningempfehlungen der Facharbeitsgruppe für Schwangerschaft, Wochenbett und Kindheit (0-6 Jahre). HTA Projektbericht Nr. 92; 2018. Wien: Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment. https://eprints.aihta.at/1163/1/HTA-Projektbericht_Nr.92.pdf</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> <a href="https://goeg.at/e_eltern_kind_pass">https://goeg.at/e_eltern_kind_pass</a></p>



<p><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> Zechmeister-Koss, I., Hörtnagl, C., Lampe, A.&nbsp;<em>et al.</em>&nbsp;Perinatal and infant mental health care in Austria.&nbsp;<em>Neuropsychiatr</em>&nbsp;39, 11–19 (2025). https://doi.org/10.1007/s40211-024-00516-0</p>



<p><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> Link, Thomas (2024): Hebammenberatung im Rahmen des Mutter-Kind-Passes. Ergebnisbericht für das Jahr 2022. Gesundheit Österreich, Wien. <a href="https://jasmin.goeg.at/id/eprint/3896/1/Hebammenberatung%20Berichtsjahr%202022_bf.pdf">https://jasmin.goeg.at/id/eprint/3896/1/Hebammenberatung%20Berichtsjahr%202022_bf.pdf</a></p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://die-moewe.at/stellungnahme-eltern-kind-pass/">Stellungnahme &#8211; Eltern-Kind-Pass</a> erschien zuerst auf <a href="https://die-moewe.at">die möwe</a>.</p>
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		<title>Sexuelle Gewalt unter Jugendlichen verhindern – Aufklärung ist der wirksamste Schutz</title>
		<link>https://die-moewe.at/sexuelle-gewalt-unter-jugendlichen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Schiller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 11:25:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://die-moewe.at/?p=6153</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Österreichischen Kinderschutzzentren verzeichnen seit Jahren eine deutliche Zunahme an Fällen sexueller Gewalt unter Jugendlichen – von Grenzverletzungen bis hin zu schwerwiegenden Übergriffen wie „Date Rape“. Besonders betroffen: Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren. „Sexuelle Gewalt kann nur verhindert werden, wenn Kinder frühzeitig und altersgerecht auf Sexualität vorbereitet werden“, betont Hedwig Wölfl, Stellvertretende [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://die-moewe.at/sexuelle-gewalt-unter-jugendlichen/">Sexuelle Gewalt unter Jugendlichen verhindern – Aufklärung ist der wirksamste Schutz</a> erschien zuerst auf <a href="https://die-moewe.at">die möwe</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Österreichischen Kinderschutzzentren verzeichnen seit Jahren eine deutliche Zunahme an Fällen sexueller Gewalt unter Jugendlichen – von Grenzverletzungen bis hin zu schwerwiegenden Übergriffen wie „Date Rape“. Besonders betroffen: Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren.</p>
<p><em>„Sexuelle Gewalt kann nur verhindert werden, wenn Kinder frühzeitig und altersgerecht auf Sexualität vorbereitet werden“,</em> betont Hedwig Wölfl, Stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Österreichischer Kinderschutzzentren und Leiterin der Kinderschutzorganisation “die möwe”.</p>
<h2>Falsche Vorbilder &amp; fehlende Aufklärung – eine gefährliche Mischung</h2>
<p>Viele Jugendliche orientieren sich bei ihren ersten intimen Erfahrungen an Bildern aus sozialen Medien oder Pornografie. Diese zeigen oft unrealistische, männlich dominierte und manchmal auch gewaltvolle Vorstellungen von Sexualität – ohne Nähe, Achtsamkeit oder beidseitige Zustimmung.</p>
<p>Jugendliche, die sich stark an diesen Bildern orientieren, achten weniger auf ihre eigenen Wünsche und Grenzen oder die der anderen Person.  So entsteht Sexualität „nach Drehbuch“, nicht nach echtem Bedürfnis.</p>
<h2>Online-Kontakte: Vertrauensfalle mit Risiko</h2>
<p>Jugendliche lernen sich heute häufig über Plattformen wie Instagram, Tinder oder Snapchat kennen. Diese Kontakte fühlen sich oft vertrauter an, als sie wirklich sind. Treffen finden oft an abgelegenen Orten statt – allein, ohne schützende Begleitung. Das Risiko, dass Grenzen überschritten werden, steigt zusätzlich durch Alkohol, Drogen oder KO-Tropfen. Übergriffe bleiben keine Einzelfälle.</p>
<h2>Was Kinder und Jugendliche lernen sollen:</h2>
<ul>
<li>Eigene Bedürfnisse und Grenzen wahrnehmen und benennen</li>
<li>Gefährdungssituationen frühzeitig erkennen</li>
<li>Verabredungen bewusst und sicher gestalten</li>
<li>Sich bei Unsicherheit Hilfe holen</li>
</ul>
<p>Eltern können viel tun, um ihre Kinder auf schöne und einvernehmliche erste sexuelle Erlebnisse vorzubereiten:</p>
<h2>7 Tipps für mehr Sicherheit</h2>
<ol>
<li><strong>Über Sexualität sprechen:</strong> Sexualität ist nur dann okay, wenn sie auf ehrlichen Gefühlen, gegenseitigem Respekt und Zustimmung basiert. Pornografische Bilder und Videos sind oft unrealistisch.</li>
</ol>
<ol>
<li><strong>Achtsamkeit stärken:</strong> Wer sich online oder unterwegs kennenlernt, weiß nicht, wer die andere Person wirklich ist. Treffen sollten immer in geschütztem Raum, idealerweise mit Freund*innen stattfinden.</li>
</ol>
<ol>
<li><strong>Gemeinsam statt allein:</strong> Beim Ausgehen sollten Jugendliche beisammen bleiben und aufeinander achten. Zumindest sollten Vertrauenspersonen Bescheid wissen, wo und mit wem man sich aufhält.</li>
</ol>
<ol>
<li><strong>Erreichbarkeit und Sicherheit:</strong> Ein aufgeladenes Handy und wichtige Telefonnummern, auch auf Papier in der Jackentasche, sollten dabei sein</li>
</ol>
<ol>
<li><strong>Einvernehmlichkeit braucht ein JA</strong>: Körperliche Nähe ist nur dann erlaubt, wenn alle  Beteiligten einverstanden sind und zustimmen. Ein NEIN ist immer ein Nein, auch wenn es mit einem JA begonnen hat. Gewalt hat keinen Platz in einer gesunden Sexualität.</li>
</ol>
<ol>
<li><strong>Gewalt braucht HALT:</strong> Wenn sexuelle Grenzverletzungen, Übergriffe oder Vergewaltigung stattfinden, ist es wichtig dies zu sofort zu stoppen, zu dokumentieren und Hilfe zu holen Im Notfall gilt: sofort eine Notrufnummer (112) wählen.  Bei Verletzungen ist eine rasche ärztliche Untersuchung notwendig. Zu einer Anzeige bei der Polizei begleiten Prozessbegleitungseinrichtungen <a href="http://www.pb-fachstelle.at/">www.pb-fachstelle.at</a> .</li>
</ol>
<ol>
<li><strong>Hilfe finden:</strong> Unterstützung durch Freund*innen und Familie sind wichtig, aber manchmal braucht es professionelle Hilfe, wie die Beratung in einem Kinderschutzzentrum.</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Wichtige Links &amp; Anlaufstellen</h2>
<ul>
<li><a href="http://kinderschuetzen.at">kinderschuetzen.at</a> – alle Kinderschutzzentren in Österreich</li>
<li><a href="https://www.rataufdraht.at/themenubersicht/gewalt/ko-tropfen">https://www.rataufdraht.at/themenubersicht/gewalt/ko-tropfen</a></li>
<li><a href="https://www.wienxtra.at/jugendinfo/infos-von-a-z/kotropfen/">https://www.wienxtra.at/jugendinfo/infos-von-a-z/kotropfen/</a></li>
<li><a href="https://www.wienxtra.at/jugendinfo/infos-von-a-z/zustimmung-zu-sexuellen-handlungen-so-gehts/">https://www.wienxtra.at/jugendinfo/infos-von-a-z/zustimmung-zu-sexuellen-handlungen-so-gehts/</a></li>
<li><a href="https://www.jugendportal.at/themen/liebe-sexualitat-geschlecht">https://www.jugendportal.at/themen/liebe-sexualitaet-geschlecht</a></li>
<li><a href="http://saferinternet.at">saferinternet.at</a></li>
<li><a href="https://www.jugendinfo.at/wp-content/uploads/2024/04/Erster-Sex-und-gro%C3%9Fe-Liebe_2024_web.pdf">https://www.jugendinfo.at/wp-content/uploads/2024/04/Erster-Sex-und-gro%C3%9Fe-Liebe_2024_web.pdf</a></li>
</ul>
<ul>
<li><a href="https://www.frauenhelpline.at/">https://www.frauenhelpline.at/</a></li>
<li><a href="http://www.pb-fachstelle.at">www.pb-fachstelle.at</a> – Anzeigenberatung, Begleitung im Strafverfahren</li>
</ul>
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		<title>Kindstötung und Schütteltrauma: Kinderschutz-Expertinnen fordern Aufklärung, Prävention und verantwortungsvollen Umgang der Medien</title>
		<link>https://die-moewe.at/kindstoetung-und-schuetteltrauma/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Schiller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Sep 2025 08:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://die-moewe.at/?p=6151</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Österreich wurden laut Statistik Austria im Jahr 2024 drei Kinder unter einem Jahr als Opfer von Mord oder tätlichen Angriffen registriert (insgesamt 9 Kinder unter 14 Jahren). Doch Fachleute gehen auch von einer gewissen Dunkelziffer aus – insbesondere bei Neonatiziden, die manchmal als solche unerkannt bleiben. Anlässlich des Prozesses am 09.09.2025 am Wiener Landesgericht [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>In Österreich wurden laut Statistik Austria im Jahr 2024 drei Kinder unter einem Jahr als Opfer von Mord oder tätlichen Angriffen registriert (insgesamt 9 Kinder unter 14 Jahren). Doch Fachleute gehen auch von einer gewissen Dunkelziffer aus – insbesondere bei Neonatiziden, die manchmal als solche unerkannt bleiben. Anlässlich des Prozesses am 09.09.2025 am Wiener Landesgericht gegen jene Eltern, denen Mordversuch in Folge eines Schütteltraumas an ihrer damals wenige Wochen alten Tochter vorgeworfen wird, betonen die Expertinnen von die möwe Kinderschutzzentren einmal mehr die Bedeutung von Aufklärung und Prävention. Sie wünschen sich einen sensiblen Umgang der Medien mit diesem Thema.<br>Begriffsdefinitionen und Hintergrundinformationen können hier hilfreich sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Begriffe und Definitionen</h2>



<p>Unter Neonatizid versteht man die Tötung eines Neugeborenen innerhalb der ersten 24 Stunden&nbsp;nach der Geburt, entweder aktiv oder durch Nichtversorgung durch ihre Mütter, wenn sie ihr Kind&nbsp;nach einer verdrängten Schwangerschaft alleine ohne Hilfe zur Welt bringen.&nbsp;Von Infantizid spricht man, wenn ein Kind im ersten Lebensjahr von den Eltern getötet wird.&nbsp;Filizid ist der Begriff für die Tötung eines Kindes über einem Jahr durch die Mutter und/oder den&nbsp;Vater.</p>



<p>Beim Schütteltrauma werden durch heftiges Schütteln Gehirn und Blutgefäße von Babys&nbsp;geschädigt. Zwischen 10 und 30 Prozent der betroffenen Kinder sterben an den Folgen, die&nbsp;meisten Überlebenden behalten lebenslange Schäden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ursachen für Kindstötungen</h2>



<p>Häufige Ursache für Neonatizide sind ein Negieren der Realität der Schwangerschaft und ein Ignorieren der herannahenden Geburt, meist aufgrund schwieriger Lebensumstände und der Angst der Frauen vor der Ablehnung durch nahestehende Personen ihres Umfelds. Fehlende materielle und psychische Bewältigungskräfte sowie fehlendes Vertrauen in die soziale Umwelt in Hinblick auf Unterstützung kommen hinzu. Als Hauptauslöser für Schütteltrauma gelten Überforderung und Kontrollverlust der Eltern bei anhaltendem intensivem Babyschreien. „Viele Tötungen geschehen nicht aus „bösem Willen“, sondern in psychischen Ausnahmesituationen. Verdrängte Schwangerschaften, Überforderung, psychische Erkrankungen oder fehlende soziale Unterstützung sind zentrale Risikofaktoren“, sagt Mag<sup>a</sup> Hedwig Wölfl, Geschäftsführerin die möwe Kinderschutz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zahlen und Dunkelziffern zu Schütteltraumas</h2>



<p>Kopfverletzungen infolge von Misshandlungen, vor allem das Schütteltrauma, sind die häufigste&nbsp;nicht natürliche Todesursache bei Säuglingen und Kleinkindern. In Deutschland werden jährlich&nbsp;zwischen 100 und 200 Kinder wegen Schütteltraumata in Kliniken behandelt. Fachpersonen&nbsp;gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl weit höher liegt, da viele betroffene Säuglinge und&nbsp;Kleinkinder nicht medizinisch behandelt werden.</p>



<p>Obwohl internationale Studien zeigen, dass die Zahl der Kindstötungen in vielen Ländern rückläufig ist, sterben Säuglinge weiterhin am häufigsten durch Gewalt im engsten familiären Umfeld. Das Risiko, getötet zu werden, sinkt bei Kindern mit dem Alter.</p>



<p>Trotz klarer Misshandlungen als Todesursache ist eine Verurteilung häufig schwierig. „Auch wenn klar ist, dass das Kind durch Misshandlung gestorben ist, ist nicht immer klar, durch wen die Tat begangen wurde“, so Mag<sup>a</sup> Johanna Zimmerl, Leiterin des Kinderschutzzentrums die möwe Wien. Misshandelte Kinder sowie hinterbliebene Geschwisterkinder sind im Rahmen der Prozessbegleitung über die Kinderschutzzentren auch juristisch vertreten, um ihre Rechte und Ansprüche im Verfahren geltend zu machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Forderungen an Justiz und Gesellschaft</h2>



<p>Priv.-Doz<sup>in</sup> Dr<sup>in</sup> Claudia Klier, ehem. Leitung der pädiatrischen Psychosomatik am AKH Wien, fordert eine Begutachtung von Täterinnen durch Gutachter*innen mit fundierten Kenntnissen von peripartalen Störungen und sehr spezifischen Phänomenen wie der nichtwahrgenommenen Schwangerschaft, Mutter-Kind-Beziehungsstörungen, bei denen die Ablehnung des Kindes zu Gewalt oder Tötungen führen kann, sowie für Neonatizid-Täter*innen eine Weisung zur psychiatrischen Behandlung als Präventivmaßnahme zur Verringerung der Rückfallquote und zur Bewältigung der hohen psychischen Belastung.</p>



<p>Meist lassen sich bei gewalttätigen Eltern in einer diagnostischen Abklärung selbst Traumatisierungen und dissoziative Symptome erheben. „Das Durchbrechen der transgenerationalen Weitergabe von Gewalt ist somit eine wichtige Aufgabe in der psychosozialen Versorgung. Ebenso wichtig ist es, unerwünschte Schwangerschaften zu verhindern“, sagt Klier.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schütteltrauma-Prävention und Hilfsangebote</h2>



<p>Österreich hat mit der anonymen Geburt seit 2001 eine Möglichkeit geschaffen, ungewollt Schwangere zu entlasten. Seither sind die polizeilich gemeldeten Neonatizide zurückgegangen. Ergänzend dazu sind Adoptionslösungen wichtige Angebote, die die Gesundheit von Mutter und Kind durch medizinische Betreuung und soziale Beratung sichern sollen.</p>



<p>„Zur Prävention von Schütteltrauma sind Aufklärung und Unterstützung ab der Schwangerschaft entscheidend, damit Eltern und Bezugspersonen in Krisensituationen handlungsfähig bleiben“ betont MMag<sup>a</sup> Birgit Wenty, Zentrale Leitung Frühe Hilfen Wien. Österreichweit verfügbare Angebote wie die Frühen Hilfen leisten dabei einen wesentlichen Beitrag: Sie begleiten belastete Eltern, stärken das soziale Umfeld, fördern die Eltern-Kind-Bindung, vermitteln zu spezialisierten Versorgungsangeboten und schaffen Entlastung – oftmals schon vor der Geburt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rolle der Medien</h2>



<p>Wie über Fälle von Gewalt an Kindern und Kindstötung berichtet wird, beeinflusst die öffentliche Wahrnehmung und den Umgang mit Betroffenen. „Eine konstruktive Berichterstattung kann Stigmatisierung verringern und Familien ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen“, erklärt Wölfl. Wichtig seien sachliche Sprache, der Verzicht auf reißerische Bilder und Hinweise auf spezifische kindorientierte Hilfsangebote wie Frühe Hilfen, Kinder- und Jugendhilfe und Kinderschutzzentren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p>Kindstötungen und Schütteltraumata sind ein seltenes, aber hochdramatisches gesellschaftliches Problem. Prävention beginnt bei Aufklärung, frühzeitiger Unterstützung von</p>



<p>Familien und einem offenen Umgang mit Krisen. Angebote wie Frühe Hilfen, anonyme Geburt oder Kinderschutzzentren sind dabei unverzichtbar. Nur durch ein Zusammenspiel von Justiz, Medizin, Prävention, Medien und Gesellschaft lassen sich Kinder wirksam schützen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtige Hilfsangebote</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://die-moewe.at/hilfe-fuer-betroffene/">die möwe Kinderschutz &#8211; Gewalt an Kindern | Hilfe für Betroffene</a></li>



<li><a href="https://die-moewe.at/fruehehilfen/">Frühe Hilfen</a></li>



<li>Broschüre „Wenn Babys weinen“: <a href="https://fruehehilfen.at/sites/fruehehilfen.at/files/2024-02/WennBabysweinen_NZFHat_deutsch.pdf">https://fruehehilfen.at/sites/fruehehilfen.at/files/2024-02/WennBabysweinen_NZFHat_deutsch.pdf</a></li>



<li>Österreichische Kinderschutzzentren: <a href="http://www.kinderschuetzen.at">www.kinderschuetzen.at</a></li>



<li>Anonyme Geburt: <a href="http://www.anonymegeburt.at">www.anonymegeburt.at</a></li>



<li>Kostenlose Prozessbegleitung: <a href="http://www.pb-fachstelle.at">www.pb-fachstelle.at</a></li>
</ul>



<p>Die regional zuständige Kinder-und Jugendhilfe ist in der nächstgelegenen Bezirksverwaltungsbehörde oder im Magistrat erreichbar.</p>



<p>&nbsp;</p>



<p><em>Bildhinweis: Beitragsbild erstellt mit Hilfe von KI.</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wirksamer Kinderschutz braucht umfassende Sexualpädagogik</title>
		<link>https://die-moewe.at/wirksamer-kinderschutz-braucht-umfassende-sexualpaedagogik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 2025 10:45:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.die-moewe.at/wirksamer-kinderschutz-braucht-umfassende-sexualpaedagogik/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als Kinderschutzorganisation sieht &#8222;die möwe&#8220; eine umfassende Sexualpädagogik als unverzichtbaren Bestandteil des Kinderschutzes. Basierend auf den WHO-Standards zur Sexualpädagogik und den Grundsätzen des österreichischen Bildungsministeriums fordern wir eine alters- und entwicklungsgerechte sexuelle Bildung, die von Geburt an integraler Bestandteil der Erziehung und des Bildungsauftrages sein muss. Sexualpädagogik darf nicht auf punktuelle Aufklärungsgespräche oder den Fokus [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Als Kinderschutzorganisation sieht &#8222;die möwe&#8220; eine umfassende Sexualpädagogik als unverzichtbaren Bestandteil des Kinderschutzes. Basierend auf den WHO-Standards zur Sexualpädagogik und den Grundsätzen des österreichischen Bildungsministeriums fordern wir eine alters- und entwicklungsgerechte sexuelle Bildung, die von Geburt an integraler Bestandteil der Erziehung und des Bildungsauftrages sein muss. Sexualpädagogik darf nicht auf punktuelle Aufklärungsgespräche oder den Fokus auf Geschlechtsverkehr reduziert werden, sondern muss ganzheitlich in einen positiven Beziehungskontext und im erzieherischen Alltag eingebettet sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sexualpädagogik beginnt früh – schon am Wickeltisch</h2>



<p>Bereits ab der Schwangerschaft sollte werdenden Eltern sexuelle Bildung als wichtiger Teil der Erziehung bewusst gemacht werden. Sexualpädagogik beginnt nicht erst in der Pubertät, sondern bei der Benennung aller Körperteile, auch der Genitalien, am Wickeltisch. Kinder sollen von Anfang an lernen, ihren Körper richtig zu benennen, wertzuschätzen und sich selbst als eigenständige Persönlichkeiten mit Rechten und Grenzen wahrzunehmen.</p>



<p>Kinder entwickeln ihr Interesse am Körper und an Sexualität individuell und phasenweise unterschiedlich. Sexualpädagogik muss demnach flexibel auf den Wissensdurst und den Entwicklungsstand der Kinder eingehen. Dabei sind Offenheit, sachliche Richtigkeit und eine unaufgeregte Haltung essenziell. Kinder dürfen jederzeit Fragen stellen und sollen altersgerechte, verständliche Antworten erhalten. So werden Tabus abgebaut und Kinder werden bei ihrem Wissensstand abgeholt und nicht mit falschen, beziehungsweise unvollständigen Informationen aus ungeprüften Quellen oder gar mit pornografischem Material allein gelassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Beziehungsgestaltung im Zentrum der Sexualpädagogik</h2>



<p>Sexualpädagogik muss immer über die reine Wissensvermittlung hinausgehen und die Gestaltung von Beziehungen in den Mittelpunkt stellen. Es geht um weit mehr als um die sachkundige Aufklärung über Geschlechtsorgane, Sexualpraktiken, sexuelle Orientierung oder Verhütung. Kinder sollen lernen, ihre eigenen körperlichen Bedürfnisse, Lustgefühle und emotionalen wie sozialen Grenzen zu erkennen und bei sich und anderen zu respektieren. Sexualität umfasst viele Aspekte wie das Kribbeln beim Händchenhalten, Sehnsuchtsfantasien, Schmetterlinge im Bauch, körperliche Erregung oder auch Ekelgefühle – und darf nicht auf „Erwachsenensexualität“ mit dem Fokus auf Geschlechtsverkehr reduziert werden.</p>



<p>Eine umfassende Sexualpädagogik bereitet Kinder darauf vor, ihre Sexualität in einem altersgerechten und individuellen Tempo zu entdecken. Sie lernen, dass Einvernehmlichkeit ein Grundprinzip jeder Beziehungsgestaltung ist und dass gegenseitiges Kennenlernen immer schrittweise und im beidseitigen Einverständnis erfolgen muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Prävention durch Aufklärung</h2>



<p>Kinder, die gut aufgeklärt sind, können besser auf ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen achten. Sie sind eher in der Lage, Nein zu sagen und sich gegen Grenzverletzungen zu wehren. Sexualpädagogik schützt Kinder vor Übergriffen, indem sie ihnen Kenntnisse und die Sprache vermittelt, um sich auszudrücken, sexuelles Erleben einzuordnen und gegebenenfalls Hilfe zu suchen. Gleichzeitig ermöglicht sie es Kindern, Lustgefühle positiv zu erleben und mit Neugier, aber auch mit Respekt, aktiv und selbstbestimmt Beziehungen zu gestalten.</p>



<p>Angesichts der zunehmenden Konfrontation von immer jüngeren Kindern mit pornografischen Inhalten, insbesondere über soziale Medien, ist eine umfassende Sexualpädagogik heute wichtiger denn je. Kinder konsumieren solche Inhalte immer häufiger bereits im Grundschulalter, oft ohne die Möglichkeit, das Gesehene einschätzen zu können. Das Fehlen frühzeitiger, altersgerechter Aufklärung führt dazu, dass sie Sexualität vor allem über bildliche Darstellungen in den sozialen Medien kennenlernen – mit Fokus auf standardisierte Körperlichkeit, Leistungsdruck und oft auch gewaltvollen Handlungen, statt über liebevolle Selbstwahrnehmung, angefangen bei der Frage nach dem eigenen Wohlbefinden und passender körperlicher Begegnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefahren einer fehlenden Sexualpädagogik</h2>



<p>Besorgniserregend ist, dass immer mehr Heranwachsende, vor allem Mädchen im Alter von 10 bis 13 Jahren, unrealistischen Körperbildern, die auf sozialen Medien als „ideale Norm“ repräsentiert werden, entsprechen wollen und auch sexuelle Erfahrungen suchen, die eher schematischen Bildern als eigenen Bedürfnissen folgen. Oft ist dies mit der Erwartung verknüpft, cooler oder bereits erwachsener zu wirken und den sozialen Status in der Peergroup erhöhen zu können. Unter Umständen geraten sie dabei in Situationen, die ihren eigentlichen Wünschen nach körperlicher und emotionaler Nähe und achtsamer Befriedigung der eigenen sexuellen Neugier widersprechen. Sie erleben sexuelle Handlungen, die sie im Nachhinein als massiv unangenehm, falsch oder sogar als Vergewaltigung empfinden. Ohne ausreichende sexuelle Bildung sind sie vorab oder während des sexuellen Kontakts nicht in der Lage, deutlich und nachvollziehbar Grenzen zu ziehen und „Nein“ zu unerwünschten sexuellen Handlungen zu sagen. Um dem entgegenzuwirken, braucht es praxisnahe Konzepte, die Sexualität in den Kontext von Beziehungen stellen und durch Eltern sowie im pädagogischen Alltag vermittelbar sind. Kinder und Jugendliche sollen lernen, dass gegenseitige Zustimmung und ein schrittweises Kennenlernen essenzielle Bestandteile jeder gesunden sexuellen Erfahrung sind und es dazu auch gesetzliche Regelungen gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kein Platz für Ideologien</h2>



<p>Als Kinderschutzorganisation distanzieren wir uns klar von sexistischen, unsachlichen, unempathischen oder ideologisch aufgeladenen Herangehensweisen. Zum Beispiel ist der Begriff „Frühsexualisierung“ wissenschaftlich veraltet und wird häufig instrumentalisiert, um umfassende sexuelle Bildung zu verhindern. Er suggeriert fälschlicherweise, dass Kinder durch frühe sexualpädagogische Inhalte irritiert oder traumatisiert werden könnten. Tatsächlich zeigen Studien das Gegenteil: Kinder, die früh und altersgerecht aufgeklärt werden, sind besser in der Lage, sich entsprechend ihrer eigenen Entwicklung in einer zunehmend vielfältigen und sexualisierten Welt zu orientieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Forderung: Verankerung von Sexualpädagogik als fortlaufender Bestandteil der Bildung</h2>



<p>Sexualpädagogik darf nicht auf seltene, punktuelle, oft unangenehme Gespräche reduziert werden oder ausschließlich von externen Expert*innen durchgeführt werden. Sie muss sowohl in Familien als auch in Bildungseinrichtungen als fester Bestandteil der Erziehung etabliert sein. Kinder sollten kontinuierlich und bedürfnisgerecht begleitet werden, anstatt nur einmalig oder nach Anlassfällen mit sexualpädagogischen Themen konfrontiert zu werden.</p>



<p>Eine Gesellschaft, die Tabus in der Sexualpädagogik abbaut, gibt Kindern die Möglichkeit, ihre eigene Sexualität im Einklang mit ihren Bedürfnissen zu entdecken. Sie unterstützt sie dabei, selbstbewusst und verantwortungsvoll mit Lustgefühlen und Grenzen umzugehen. Dies ist der beste Schutz vor Übergriffen und hilft Kindern, gesunde Beziehungen zu sich selbst und anderen aufzubauen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p>Wirksamer Kinderschutz ist ohne umfassende Sexualpädagogik nicht möglich und ein sexualpädagogisches Konzept ist ein elementarer Bestandteil eines Kinderschutzkonzeptes. Kinder müssen frühzeitig lernen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen, zu verbalisieren, Grenzen zu kommunizieren und respektvolle Beziehungen zu gestalten. Die sexualpädagogische Begleitung muss dabei stets in einem positiven Beziehungskontext erfolgen, um Kinder nicht nur vor Gefahren zu schützen, sondern ihnen auch ein gesundes Verständnis von Sexualität zu vermitteln.</p>



<p>Wir fordern daher die konsequente Umsetzung der WHO-Standards und eine verpflichtende Verankerung regelmäßiger Sexualpädagogik in allen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Kinder in einer zunehmend sexualisierten Welt Orientierung, Schutz und Halt finden.</p>
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		<title>Sportunion Expert:innen Talk zu Kinderschutz</title>
		<link>https://die-moewe.at/sportunion-talk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[lagota]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Oct 2024 12:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie können Kinder und Jugendliche im Sport vor Gewalt geschützt werden? Dieser Frage wurde am 15.10.2024 im Expert:innen-Talk der SPORTUNION nachgegangen. Dabei trafen Expert:innen aus Sport, Politik und Kinderschutz zusammen, darunter Hedwig Wölfl (Geschäftsführerin und fachliche Leitung die möwe), Claudia Plakolm (Staatssekretärin für Digitalisierung, Jugend und Zivildienst), Clemens Doppler (Ex-Volleyballspieler, Coach), Peter McDonald (Präsident der [&#8230;]</p>
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<p>Wie können Kinder und Jugendliche im Sport vor Gewalt geschützt werden? Dieser Frage wurde am 15.10.2024 im Expert:innen-Talk der SPORTUNION nachgegangen. Dabei trafen Expert:innen aus Sport, Politik und Kinderschutz zusammen, darunter <strong>Hedwig Wölfl </strong>(Geschäftsführerin und fachliche Leitung die möwe), <strong>Claudia Plakolm</strong> (Staatssekretärin für Digitalisierung, Jugend und Zivildienst), <strong>Clemens Doppler</strong> (Ex-Volleyballspieler, Coach), <strong>Peter McDonald </strong>(Präsident der SPORTUNION), <strong>Petra Jopp</strong> (Projektkoordinatorin, SPORTUNION), <strong>Barbara Kolb</strong> (Fachbereichsleiterin SAFE SPORT bei “100% Sport”)<strong>, Sascha Hörstlhofer</strong> (Österreichischer Kinderschutzbund) und <strong>Brit Dohnal </strong>(Trainerin, Mutter, Kinderpädagogin).</p>



<p>Anlass des Expert:innen Talks war die Fertigstellung des maßgeschneiderten <a href="https://sportunion.at/wp-content/uploads/A4_Broschuere_SU_Kinder-und-Jugenschutz_Konzept_geringe-Aufloesung.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kinderschutzkonzeptes der SPORTUNION</a> das mit Unterstützung der möwe entwickelt wurde. Das Konzept greift auf Bundes- Landes- als auch Vereinsebene. Es soll den Mitarbeiter:innen Coaches und freiwilligen Helfer:innen dazu dienen übergriffiges Verhalten zu erkennen und adäquates Reagieren zu erlernen. Teil davon ist auch eine <a href="https://sportunion.at/service/sportbetrieb/schutz-vor-gewalt/#toolbox-bestands-und-risikoanalyse">Toolbox </a>für Vereine mit Informationen und Handlungsleitfäden die auf der Website der Sportunion abrufbar ist.</p>



<p>Hedwig Wölfl nahm dazu Stellung: “In den Kinderschutzzentren Österreichs haben wir in den letzten 20, 30 Jahren immer wiederkehrende Gewaltfälle im Sportbereich begleitet – Übergriffe sexualisierte Gewalt psychischer Druck und Gewalt. Uns ist es in den Kinderschutz-Organisationen immer mehr ein Anliegen geworden, etwa das Nicht-Wahrhaben-Wollen zu vermeiden. Es ist kaum ein Thema so heikel und löst so viele negative Emotionen aus wie Fälle wo Kinder und Jugendliche Gewalt erleben mussten. Das gilt es zu vermeiden. Denn der wirksamste Kinderschutz ist die Prävention.”</p>



<p>Wölfl weiter: “Auf Grundlage unserer Erfahrung mit Kindern und deren Bezugspersonen – auch in Vereinen – konnten wir all das (beim Kinder- und Jugendschutz-Konzept der SPORTUNION, Anm.) passgenau zusammenfließen lassen. Auf Vereins- Landes- und Bundesebene konnten wir jetzt ein Konzept auf die Beine stellen, das alle Fragen von Kindern Eltern Vereinsvertretern und Trainern beantwortet: Mit wem rede ich? Wo kann ich anrufen? Wie gehen wir vor wenn ein Verdachtsfall besteht?”</p>



<p>Der Talk wurde live übertragen auf ORF Sport+ und im Livestream auf Social Media Kanälen der SPORTUNION. Wir gratulieren dem Projektteam der SPORTUNION zur Erstellung dieses umfangreichen Kinderschutzkonzeptes und betonen dabei die großartige Vorbildwirkung, die die SPORTUNION im Bereich des Kinder- und Jugendsportes damit einnimmt.</p>



<p>Fotos: lefti.at</p>



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		<title>Kinderschutzzentrum Mödling feiert sein 20jähriges Bestehen</title>
		<link>https://die-moewe.at/kinderschutzzentrum-moedling-feiert-sein-20jaehriges-bestehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2024 14:02:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus Anlass des 20jährigen Bestehens lud das möwe-Kinderschutzzentrum in Mödling am 17. September 2024 zu einer Jubiläumsfeier in die Mödlinger Stadtgalerie ein. An die 100 Personen folgten der Einladung von Zentrumsleiterin Doris Strobl und ihrem Team. Neben den Eröffnungsworten von möwe Vizepräsidentin Drin Sigrid Schmidl-Amann und einem Rückblick auf 20 Jahre möwe Mödling von Geschäftsführerin [&#8230;]</p>
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<p>Aus Anlass des 20jährigen Bestehens lud das möwe-Kinderschutzzentrum in Mödling am 17. September 2024 zu einer Jubiläumsfeier in die Mödlinger Stadtgalerie ein. An die 100 Personen folgten der Einladung von Zentrumsleiterin Doris Strobl und ihrem Team.</p>



<p>Neben den Eröffnungsworten von möwe Vizepräsidentin Dr<sup>in</sup> Sigrid Schmidl-Amann und einem Rückblick auf 20 Jahre möwe Mödling von Geschäftsführerin Mag<sup>a</sup> Hedwig Wölfl begrüßten zahlreiche Politiker*innen aus Stadt und Land.</p>



<p>Ein vielfältiges Programm zum Thema „Kinderschutz mit Haltung“ nahm die Gäste mit auf eine informative, künstlerische, emotionale und festliche Reise durch den Nachmittag:</p>



<p>Dipl. Psychologin und Psychotherapeutin Margarethe Kruczek-Schumacher sprach in ihrem Fachvortrag über die körperlichen Symptomatiken nach traumatischen Erlebnissen. Schriftstellerin Valerie Fritsch las aus ihrem Roman „Zitronen“, in dem die Geschichte eines Jungen, dessen Kindheit durch die Gewalt beider Elternteile geprägt ist, erzählt wird. Schülerinnen und Schüler der Montessori ErLEBnisschule Mödling erfreuten die Gäste sowohl mit musikalischen Darbietungen als auch mit einer Tanzperformance und einem Poetry-Slam. Der Kurzfilm „Burned-in“ von Daniel Zineldin und Vivienne Dejon wurde gezeigt und auch das Team der möwe Mödling selbst präsentierte in einem bei der letzten Teamklausur entstandenen Film seine Gedanken zum Thema „Kinderschutz mit Haltung“.</p>



<p>Inspiriert von den vielen verschiedenen Eindrücken blieb den Gästen Zeit für Austausch und das Anstoßen auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit in Mödling zum Wohle vieler Kinder und Jugendlichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Über die möwe und das Kinderschutzzentrum Mödling: </h2>



<p>Im Jahr 1989 wurde in Österreich das Gewaltverbot gegen Kinder gesetzlich verankert und die Kinder- und Jugendanwaltschaft ins Leben gerufen. Die Tabuisierung von Missbrauch und Gewalt in der Familie und im nahen sozialen Umfeld begann langsam aufzubrechen und Betroffenen wurde endlich die Hilfe zuteil, die sie zur Verarbeitung des Erlebten brauchen. Dieses Jahr bedeutete auch den Beginn der Kinderschutzarbeit der möwe in Wien als erste Anlaufstelle Österreichs für minderjährige Gewalt- und Missbrauchsopfer. In den Folgejahren wurden weitere Kinderschutzzentren in Niederösterreich eröffnet und die möwe entwickelte sich zur größten Kinderschutzorganisation Österreichs.</p>



<p>2004 eröffnete dann die möwe ihr viertes Kinderschutzzentrum in Mödling, in dem heute ein Team aus fünf Kinderschutzexpert*innen in 300 Fällen jährlich rund 700 Kinder, Jugendliche und ihre Bezugspersonen nach Gewalterleben berät und begleitet.</p>



<p>Dank Förderungen der öffentlichen Hand und Leistungsverträgen zur Abrechnung von Psychotherapie, Diagnostik und Prozessbegleitung sowie der Großzügigkeit vieler Spenderinnen und Spender können die Leistungen (Psychotherapie, Prozessbegleitung, Diagnostik und Beratung) den Betroffenen niederschwellig und kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.</p>



<p>Die Kinderschutzarbeit der möwe basiert auf einer Haltung der Zuversicht und der Überzeugung, dass positive Veränderung möglich ist. Wir stehen an der Seite des Kindes, hören seine Botschaften und unterstützen dabei Bedingungen zu schaffen, in denen es in Sicherheit und Unversehrtheit aufwachsen kann. Nur durch die konsequente Zusammenarbeit aller involvierten Personen und Institutionen kann das Kindeswohl nachhaltig hergestellt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pressekontakt</h2>



<p>die möwe Kinderschutz<br>Veronika Schiller<br>Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit<br>0660 165 38 75<br><a href="mailto:schiller@die-moewe.at">schiller@die-moewe.at</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Bildbeschreibungen:</h2>



<p><strong>Link zum Foto-Download</strong>: <a href="https://diemoewe-my.sharepoint.com/:f:/g/personal/schiller_die-moewe_at/EsHTbZWmaPhJvwEbpUXX2YcBHRN8bxMXpsKl2nzSOvpiaQ?e=vKtoMa">202409_20Jahre_möweMödling</a></p>



<p>Bild 1: vlnr: Landesrat Dr. Christoph Luisser, möwe Vizepräsidentin Dr<sup>in</sup> Sigrid Schmidl-Amann, Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, möwe Geschäftsführerin Mag<sup>a</sup> Hedwig Wölfl, möwe Mödling Leiterin Doris Strobl, Landesrätin Marlene Zeidler-Beck, Sozial-Stadträtin der Stadt Mödling Roswitha Zieger, Bürgermeister der Stadt Mödling Ing. Michael Danzinger<br><br>Bild 2: Doris Strobl, Leiterin der möwe Mödling<br><br>Bild 3: Mag<sup>a</sup> Hedwig Wölfl, Geschäftsführerin und fachliche Leitung der möwe<br><br>Bild 4: Dipl. Psychologin und Psychotherapeutin Margarethe Kruczek-Schumacher<br><br>Bild 5: Autorin Valerie Fritsch<br><br>Bild 6: Schülerinnen und Schüler der Montessori ErLEBnisschule Mödling<br><br>Bild 7: das Team der möwe Mödling: Stv. Leiter Thomas Lackner BA MA, Leiterin Doris Strobl, Mag<sup>a</sup> Christina Schüssler, Mag<sup>a</sup> Petra Berlini, Simone Kantz, Annemarie Lahninger</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-3 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_001_web.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1000" height="666" data-id="5618" src="https://www.die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_001_web.jpg" alt="" class="wp-image-5618" srcset="https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_001_web.jpg 1000w, https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_001_web-300x200.jpg 300w, https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_001_web-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_002_web.jpg"><img decoding="async" width="1000" height="666" data-id="5619" src="https://www.die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_002_web.jpg" alt="" class="wp-image-5619" srcset="https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_002_web.jpg 1000w, https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_002_web-300x200.jpg 300w, https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_002_web-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_003_web.jpg"><img decoding="async" width="1000" height="666" data-id="5620" src="https://www.die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_003_web.jpg" alt="" class="wp-image-5620" srcset="https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_003_web.jpg 1000w, https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_003_web-300x200.jpg 300w, https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/09/20Jahre-moeweMoedling_003_web-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></figure>



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