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	<title>Wissen Archive | die möwe</title>
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	<description>Kinderschutz hat einen Namen</description>
	<lastBuildDate>Wed, 04 Mar 2026 14:26:50 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Wissen Archive | die möwe</title>
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	<item>
		<title>Umgang mit Kindern bei Fragen rund um den Krieg</title>
		<link>https://die-moewe.at/umgang-mit-kindern-bei-fragen-rund-um-den-krieg-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 14:26:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Thema Krieg beschäftigt Kinder und Jugendliche leider aktuell wieder. Viele Fragen tauchen auf und Eltern und Bezugspersonen müssen mit aufkommenden Unsicherheiten oder sogar Ängsten umgehen. Wir haben einige Überlegungen aus psychologischer Sicht zusammengefasst, die beim Umgang mit Kindern in dieser Situation helfen können: Holen Sie das Kind bei seinem Wissen und seinen Phantasien ab [&#8230;]</p>
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<p>Das Thema Krieg beschäftigt Kinder und Jugendliche leider aktuell wieder. Viele Fragen tauchen auf und Eltern und Bezugspersonen müssen mit aufkommenden Unsicherheiten oder sogar Ängsten umgehen. Wir haben einige Überlegungen aus psychologischer Sicht zusammengefasst, die beim Umgang mit Kindern in dieser Situation helfen können:</p>



<h3 class="wp-block-heading">Holen Sie das Kind bei seinem Wissen und seinen Phantasien ab</h3>



<p>Erfragen Sie am Beginn eines Gesprächs, was Ihr Kind bereits weiß bzw. zu wissen glaubt. Lassen Sie ihm die Möglichkeit zu erzählen und seine Fragen zu stellen und gehen sie erst dann darauf ein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fragen altersentsprechend und wahrheitsgemäß beantworten</h3>



<p>Wenn Kinder erschüttert sind, beschäftigen sie viele Fragen. Nehmen Sie diese ernst und beantworten Sie die Fragen Ihres Kindes ehrlich in kindgerechter und altersadäquater Sprache. Bleiben Sie dabei sachlich und geben Sie nur die Informationen, die das Kind nach seinem Entwicklungsstand auch aufnehmen und verarbeiten kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nähe und Sicherheit geben</h3>



<p>Nachrichten über Krieg können Unsicherheit und Ängste auslösen. Nehmen Sie die Gefühle Ihres Kindes ernst und versichern Sie Ihrem Kind, dass es mit allen Fragen, Ängsten, Gefühlen jederzeit zu Ihnen kommen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Weder katastrophisieren noch bagatellisieren</h3>



<p>Es ist wichtig (siehe Punkt 2), Kinder über die Vorfälle sachlich aufzuklären und darauf zu achten, dabei weder zu übertreiben noch so zu tun als wäre nichts passiert. Verstärken Sie die Ängste nicht, aber machen Sie die Aufregung auch nicht lächerlich – Kinder gehen meist sehr pragmatisch mit solchen Ereignissen um.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nachrichten gezielt auswählen</h3>



<p>Aktuell überschlagen sich die Nachrichten und Meldungen in den Medien. Es ist ratsam, Smartphone, Fernseher oder Radio immer wieder bewusst abzuschalten, um das Kriegsgeschehen nicht dauernd präsent zu haben. Suchen Sie Medien, die Nachrichten kindgerecht aufbereiten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Unterschiedliche Meinungen und Haltungen zum Krieg erklären</h3>



<p>Kinder unterhalten sich über die Dinge, die sie beschäftigen, im Kindergarten oder in der Schule und erfahren so die Bandbreite verschiedener Meinungen. Lassen Sie Ihr Kind daheim erzählen, was es gehört hat und besprechen Sie mit ihm, dass verschiedene Menschen unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen vertreten können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aktiv werden</h3>



<p>Um nicht in Unsicherheit und Angst zur verharren, hilft es, selbst aktiv zu werden: gemeinsam recherchieren, Spendenpakete packen, an Solidaritätskundgebungen teilnehmen oder Rituale finden (z.B. eine Kerze für den Frieden anzünden).</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Weitere hilfreiche Informationen</h2>



<p><a href="https://elternseite.at/de/themen/krieg-und-terror-wie-erklaere-ich-das-meinem-kind">https://elternseite.at/de/themen/krieg-und-terror-wie-erklaere-ich-das-meinem-kind</a></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gewalttätige Eltern: Wenn bei Eltern die Sicherung durchbrennt</title>
		<link>https://die-moewe.at/gewalttaetige-eltern-wenn-bei-eltern-die-sicherung-durchbrennt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Oct 2025 08:44:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gewalt als Erziehungsform ist leider nach wie vor Realität vieler Kinder und Jugendlichen. Maga Johanna Zimmerl, Bereichsleiterin der möwe Kinderschutzzentren, erklärt im Interview mit DIE FURCHE, wieso Eltern gewalttätig werden und wo diese Hilfe und Unterstützung finden, um diese Muster zu durchbrechen.</p>
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<p>Gewalt als Erziehungsform ist leider nach wie vor Realität vieler Kinder und Jugendlichen. Mag<sup>a</sup> Johanna Zimmerl, Bereichsleiterin der möwe Kinderschutzzentren, erklärt im Interview mit DIE FURCHE, wieso Eltern gewalttätig werden und wo diese Hilfe und Unterstützung finden, um diese Muster zu durchbrechen.</p>



<div data-wp-interactive="core/file" class="wp-block-file"><object data-wp-bind--hidden="!state.hasPdfPreview" hidden class="wp-block-file__embed" data="https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/10/diemoewe-artikel-die-furche-wien-gewalttaetige-eltern.pdf" type="application/pdf" style="width:100%;height:600px" aria-label="Einbettung von diemoewe-artikel-die-furche-wien-gewalttaetige-eltern."></object><a id="wp-block-file--media-2ff1423e-2945-42c7-93c7-2982ca80fbe8" href="https://die-moewe.at/?attachment_id=6338">diemoewe-artikel-die-furche-wien-gewalttaetige-eltern</a></div>
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		<item>
		<title>Erfahrungen aus dem Traumapädagogik Lehrgang</title>
		<link>https://die-moewe.at/interview-traumapaedagogik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Aug 2025 09:46:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview mit Claudia Kornfeld, Leiterin der möwe Neunkirchen Seit Jänner 2024 besucht Claudia Kornfeld den 3. Traumapädagogik-Lehrgang, den die möwe Akademie seit 2022 in ihrem Kursprogramm anbietet. Der Lehrgang dauert 8 Module und richtet sich an pädagogische und psychosoziale Fachkräfte, die mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen und ihren Angehörigen zu tun haben. In unserem Gespräch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Interview mit Claudia Kornfeld, Leiterin der möwe Neunkirchen</h2>



<p>Seit Jänner 2024 besucht Claudia Kornfeld den 3. Traumapädagogik-Lehrgang, den die möwe Akademie seit 2022 in ihrem Kursprogramm anbietet. Der Lehrgang dauert 8 Module und richtet sich an pädagogische und psychosoziale Fachkräfte, die mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen und ihren Angehörigen zu tun haben. In unserem Gespräch gibt Claudia Einblicke in die Inhalte des Lehrgangs und erzählt, wie sie das dort erworbene Wissen bei ihrer Tätigkeit in der möwe unterstützt.</p>



<p><strong>Kannst du mir beschreiben, worum es in dem Lehrgang genau geht?</strong></p>



<p>Neben Hintergrundinformationen zum Thema Trauma lernen wir zu erkennen, wie sich traumatisierte Kinder und Jugendliche zeigen und wir bekommen verschiedene Tools zur Hand, um diese zu begleiten und zu stabilisieren. Und es geht um Beziehungsaufbau, traumasensible Arbeit, Bindung und Selbstfürsorge für Helfer*innen.</p>



<p><strong>Was ist eigentlich ein Trauma?</strong></p>



<p>Generell ist ein Trauma ein massiver, hochgradiger Einschnitt, der die Betroffenen an den Rand der Belastbarkeit bringt. Das kann ein Monotrauma sein, also etwa ein Verkehrsunfall, den man überlebt habt oder multiple Traumen, wie eine Gewalterfahrung über mehrere Jahre hinweg. Man könnte ein Trauma auch als übermächtiges Ereignis bezeichnen, dessen Erleben einen handlungsunfähig macht.</p>



<p>Im Gegensatz dazu ist ein Drama besprechbar und es lässt einen weiter agieren. Wenn die Freundin ein Geheimnis ausgeplaudert hat, zum Beispiel, dann ist man verärgert, aber man bleibt weiterhin handlungsfähig.</p>



<p>Menschen reagieren auf Traumata mit einer Schockstarre oder als natürliche Reaktion mit Flucht oder Angriff. Das hängt natürlich immer davon ab, welche Strategien im Leben erlernt und schon „erfolgreich“ angewendet wurden. Ich erlebe häufig im Zusammenhang mit Gewalterfahrung oder Missbrauch, dass die Jugendlichen sagen: „Ich konnte nicht aus der Situation rausgehen – ich konnte nicht weg“ – sie empfinden sich selbst als handlungsunfähig und gefangen, empfinden eine Ohnmacht.</p>



<p>Unser Ziel ist es, die Betroffenen aus der Schockstarre hinauszuführen und dafür werden uns im Lehrgang die verschiedensten Skills zur Verfügung gestellt. Wir versuchen zu besprechen, was in dem Kind/Jugendlichen vorgeht, was er oder sie fühlt. Wir klären mit ihnen, warum sie in der bedrohlichen Situation nicht reagieren konnten und schauen, welche Ressourcen es gibt, die ihnen helfen können sich nicht weiterhin in der erlebten Ohnmacht zu fühlen.</p>



<p>Im Kinderschutz ist es uns besonders wichtig, den Betroffenen einen sicheren Rahmen zu bieten und transparent zu arbeiten, damit wird auch aktiv die Handlungsfähigkeit unterstützt.&nbsp; So wird unseren Klient*innen auch zugesichert, dass alles, was sie erzählen vertraulich bleiben wird. Natürlich mit der Ausnahme einer akuten Gefährdung, aber darüber klären wir unsere Klient*innen ebenso auf.</p>



<p><strong>Wie macht man Trauma besprechbar und was bedeutet es, traumasensibel zu arbeiten?</strong></p>



<p>Traumasensibel arbeiten heißt, dass man Beziehung aufbaut und nicht direkt an den Folgen eines traumatischen Erlebnisses arbeitet, das obliegt der Traumatherapie. In der Traumapädagogik schauen wir hin, wie wir Kinder und Jugendliche körperlich und emotional stabilisieren können und bieten Werkzeuge an, um Sicherheit zu geben. So kann es zum Beispiel helfen, die eigene Beziehungslandkarte aufzuzeichnen, um herauszufinden, wen es im sozialen Umfeld gibt, der stabilisieren kann und wer guttut und wer nicht. In den meisten Fällen gibt auch eine „gute“ Vergangenheit, an die die Erinnerungen durch das Trauma sozusagen verschüttet wurden. Dort können jedoch häufig Ressourcen aufgegriffen werden, die nun in der belastenden Situation helfen können.</p>



<p><strong>Wie kannst du die Ausbildung in Deiner Arbeit im Kinderschutzzentrum nutzen?</strong></p>



<p>Mir hilft die Ausbildung bei der Einschätzung, ob bestimmte Verhaltensweisen eines Kindes auf ein Trauma hinweisen, um dann dementsprechend sensibel darauf einzugehen zu können und entsprechende Skills anzubieten.</p>



<p>Oft habe ich bei diversen Inhalten des Lehrgangs gleich konkrete Klienten im Kopf, für den das Gehörte passend wäre. Ich notiere es dann und kann es direkt in der nächsten Beratungseinheit anwenden. Auch der Kontakt zu meinen Lehrgangskolleginnen ist sehr wertvoll, denn wenn wir uns (natürlich anonymisiert) über Fälle austauschen, dann können sie mir oft aus einem ganz anderen Blickwinkel ihre Sicht mitgeben. Das ist unheimlich wertvoll, wenn man über das eigene Team und die Arbeit hinaus reflektieren kann.</p>



<p>Meine Lehrgangskolleginnen kommen aus ganz anderen Bereichen, haben aber auch alle beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Die Art der Traumata, die ihnen begegnen, unterscheiden sich insofern, dass es bei uns immer um verschiedenste Gewalterfahrungen geht. Bei der Kindergartenpädagogin geht es vielleicht eher um eine Trennung der Eltern oder einen Todesfall in der Familie. Eine Kinderkrankenschwester ist wiederum mit Traumata nach Unfällen oder schweren Erkrankungen konfrontiert.</p>



<p><strong>Du hast am Anfang das Thema „Bindung“ angesprochen – warum ist das im Zusammenhang mit Trauma ein Thema?</strong></p>



<p>Die Kinder kommen meistens nicht alleine zu uns und nach einer Beratung entlassen wir sie ja wieder in ihre familiäre Umgebung. Da kommen die Bezugspersonen zu tragen, denn auch sie brauchen Raum zur Verarbeitung der Geschehnisse. Die Sorge um das Kind oder auch das eigene schlechte Gewissen, das Kind nicht geschützt haben zu können, können auch bei den Eltern eine große Hilflosigkeit auslösen. In den Fällen ist es ebenso wichtig, das Bezugssystem zu stabilisieren, damit sie gut für ihre Kinder da sein können.</p>



<p>Wir schauen uns an, wie viel Nähe oder Distanz da ist, wie viel Raum einem Kind gegeben wird und wie viel Vertrauen es in seine Bezugsperson zeigt. Eine gute Bindung gibt Sicherheit und die brauchen die Betroffenen, um das Trauma besser bewältigen zu können.</p>



<p>Darum arbeiten wir in der möwe so gut wie möglich im Dualsystem mit den Eltern und dem Kind, weil ein Elternteil der emotional überfordert ist, kann dem Kind kein stabiles Umfeld geben.</p>
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		<item>
		<title>Wie man Kindern Amok und Terror erklärt</title>
		<link>https://die-moewe.at/wie-man-kindern-amok-und-terror-erklaert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[lagota]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jun 2025 12:23:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach den erschreckenden Ereignissen hat Hedwig Wölfl, Psychologin und Geschäftsführerin der möwe einige Überlegungen aus psychologischer Sicht zusammengeschrieben, die im Umgang mit Kindern in dieser Situation zu berücksichtigen sind: Fakten erklären Erklären Sie Ihren Kindern den aktuellen Erkenntnisstand der Polizei in kindgerechter und altersadäquater Sprache:Was ist passiert? (es gab einen Anschlag mit Toten und Verletzten)Was [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nach den erschreckenden Ereignissen hat Hedwig Wölfl, Psychologin und Geschäftsführerin der möwe einige Überlegungen aus psychologischer Sicht zusammengeschrieben, die im Umgang mit Kindern in dieser Situation zu berücksichtigen sind:</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fakten erklären</h2>



<p>Erklären Sie Ihren Kindern den aktuellen Erkenntnisstand der Polizei in kindgerechter und altersadäquater Sprache:<br>Was ist passiert? (es gab einen Anschlag mit Toten und Verletzten)<br>Was wird dagegen getan? (Polizei und Rettung arbeiten für die Sicherheit von uns allen)<br>Sind wir in Gefahr? (Nein, in unserer Wohnung bist du in Sicherheit; auch für Schulen gibt es Notfallpläne&nbsp;…)<br>Es ist nicht möglich, alle Fragen zu beantworten &#8211; manchmal muss Unsicherheit und Unwissenheit gemeinsam ausgehalten werden</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unterschiedliche Gefühlsreaktionen sind normal</h2>



<p>Schock und Betroffenheit, ein nicht Wahrhabenwollen gehören meist zu den unmittelbaren Reaktionen, auch Wut, Trauer,&nbsp;Ängste und Befürchtungen sind in der Folge normale Reaktionen.<br>Wichtig ist, alle Gefühle ernst zu nehmen</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sicherheit geben</h2>



<p>Nachrichten von Amok und Terror lösen Unsicherheit und Ängste aus:&nbsp;<br>Stärken Sie das Vertrauen in die Gefahrenabwehr durch die Polizei&nbsp;<br>Stabilisieren Sie das persönliche und familiäre Sicherheitsgefühl durch Normalität (gemeinsames Essen wie immer;&nbsp;konkrete Pläne für den Tag machen..)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weder katastrophisieren noch bagatellisieren</h2>



<p>Es ist wichtig (siehe Punkt 1 – Fakten erklären), Kinder proaktiv über die Vorfälle sachlich aufzuklären und darauf zu achten dabei weder zu übertreiben&nbsp;noch so zu tun als wäre nichts passiert. Verstärken Sie die Ängste nicht, aber machen Sie die Aufregung auch nicht&nbsp;lächerlich – Kinder gehen meist sehr pragmatisch mit solchen Ereignissen um</p>



<h2 class="wp-block-heading">Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen</h2>



<p>Ob Schulbesuch oder nicht, ist eine elterliche Entscheidung und sollte nicht den Kindern überlassen werden. Treffen Sie mit den Kindern klare Vereinbarungen bezüglich Hinbringen oder –fahren bzw. Abholen, machen Sie&nbsp;Uhrzeiten aus&nbsp;und halten Sie die auch ein, planen Sie die Tagesstruktur</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nachrichten (auch für die Erwachsenen!) gezielt auswählen</h2>



<p>Es ist ratsam,&nbsp;dazwischen immer wieder bewusst Pause machen und die Medien ausschalten</p>



<h2 class="wp-block-heading">Möglichkeiten zum Austausch geben</h2>



<p>Nach dem ersten Schock brauchen Kinder viele Möglichkeiten, das zu verarbeiten und zu besprechen: mit ihren Freund*innen und Mitschüler*innen, mit anderen Kindern oder mit den Großeltern&#8230;<br>Lassen Sie sie&nbsp;selbst bestimmen, ob und mit wem sie Kontakt haben möchten (ev. jüngeren Kindern ohne eigenem&nbsp;Handy anbieten, dass sie jemanden anrufen dürfen)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Freiraum zum Verarbeiten</h2>



<p>Das Tempo und die Art der Verarbeitung sind individuell sehr unterschiedlich, geben Sie ihren Kindern auch Zeit außerhalb der Beobachtung ihrer Eltern</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verständnis und Zuwendung</h2>



<p>Wenn Kinder erschüttert sind, beschäftigen sie viele Fragen. Haben Sie dafür Verständnis und geben Sie ihnen Ihre Aufmerksamkeit und Nähe</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn nötig Hilfe holen</h2>



<p>Falls Fragen oder Ängste auftauchen, die innerhalb der Familie nicht gut beantwortet oder beruhigt werden können, lassen Sie sich beraten und wenn notwendig, auch den Kindern / Jugendlichen professionelle Hilfe zukommen&nbsp;<br><strong>Rat auf Draht&nbsp;Tel:&nbsp;147&nbsp;<a href="https://www.rataufdraht.at/">https://www.rataufdraht.at/</a><br>Kinderschutzzentren:&nbsp;<a href="https://www.oe-kinderschutzzentren.at/">https://www.oe-kinderschutzzentren.at</a></strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://die-moewe.at/wie-man-kindern-amok-und-terror-erklaert/">Wie man Kindern Amok und Terror erklärt</a> erschien zuerst auf <a href="https://die-moewe.at">die möwe</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Adolescence: Zwischen Social Media, Einsamkeit und Gewalt</title>
		<link>https://die-moewe.at/adolescence/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[lagota]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Apr 2025 14:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was uns die Netflix-Serie „Adolescence“ mahnend vor Augen führt&#160; Die Netflix-Miniserie „Adolescence“ zeigt eine Jugendwelt, die vielen Erwachsenen fremd ist und beunruhigende Ohnmachtsgefühle auslöst – voller Social-Media-Codes, kommunikativer Unsicherheiten, Einsamkeit, digitaler Gewalt und frustrierender Suche nach Zugehörigkeit. Auch wenn die Geschichte dramatisch zugespitzt ist, hält sie Eltern, Pädagog*innen und Fachkräften einen Spiegel vor: Wie gut [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://die-moewe.at/adolescence/">Adolescence: Zwischen Social Media, Einsamkeit und Gewalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://die-moewe.at">die möwe</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image is-resized my-5"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="810" height="1200" src="https://www.die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/04/adolescence-titelbild.jpg" alt="Netflix Serie Adolescence Kinderschutz Gewalt" class="wp-image-3819" style="width:300px" srcset="https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/04/adolescence-titelbild.jpg 810w, https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/04/adolescence-titelbild-203x300.jpg 203w, https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/04/adolescence-titelbild-691x1024.jpg 691w, https://die-moewe.at/wp-content/uploads/2025/04/adolescence-titelbild-768x1138.jpg 768w" sizes="(max-width: 810px) 100vw, 810px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Was uns die Netflix-Serie „Adolescence“ mahnend vor Augen führt&nbsp;</h2>



<p>Die <a href="https://www.netflix.com/at/title/81756069" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Netflix-Miniserie „Adolescence“</a> zeigt eine Jugendwelt, die vielen Erwachsenen fremd ist und beunruhigende Ohnmachtsgefühle auslöst – voller Social-Media-Codes, kommunikativer Unsicherheiten, Einsamkeit, digitaler Gewalt und frustrierender Suche nach Zugehörigkeit. Auch wenn die Geschichte dramatisch zugespitzt ist, hält sie Eltern, Pädagog*innen und Fachkräften einen Spiegel vor: Wie gut kennen wir die Welt unserer Jugendlichen wirklich?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was die Serie sichtbar macht</h2>



<p>Die Jugendlichen in „Adolescence“ leben in einer Mischwelt aus analogem und digitalem Leben. Vieles passiert online – über Instagram, TikTok, Snapchat. Dort werden Freundschaften geknüpft, Zugehörigkeit getestet, aber auch Gewalt angedeutet und Ausgrenzung sichtbar gemacht. Das hat reale Folgen, weil es die gelebten Beziehungen formt.</p>



<p>Hedwig Wölfl, fachliche Leiterin der möwe, bringt es so auf den Punkt:&nbsp;<strong><em>„Jugendliche leben in einer eigenen Kommunikationswelt, die sich schnell verändert und vielen Erwachsenen verborgen bleibt. Umso wichtiger ist es, im Gespräch zu bleiben – ehrlich interessiert, nicht kontrollierend.“</em></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Social Media-Nutzung nicht verteufeln – sondern verstehen</h2>



<p>Die Serie zeigt deutlich: Verbote helfen wenig. Kinder und Jugendliche brauchen stattdessen echtes Interesse, Gesprächsangebote und Vorbilder. Was sie online erleben, beeinflusst ihr Selbstbild, ihre Emotionen und ihr Verhalten im echten Leben. Wer sich ausgeschlossen oder beschämt fühlt, wird anfällig für Radikalisierung, Gruppenzwang oder Gewaltfantasien. Dies betrifft besonders Buben und junge Männer, die in den Einfluss der sogenannten&nbsp;<em>Manosphere&nbsp;</em>geraten, wo Frauenfeindlichkeit und gewalttätige Männlichkeitsbilder propagiert werden.</p>



<p>Die Sozialforscherin Elli Scambor schreibt dazu im <a href="https://www.derstandard.at/story/3000000264652/was-adolescence-ueber-die-manosphere-verschweigt?ref=article&amp;fbclid=IwY2xjawKuUyFleHRuA2FlbQIxMABicmlkETBUbHhHNVJrdld4RnRQTDhlAR538KOo15TD4RJ1Xmr5RN70741Sd9hlGG51ukgBfXyXMdfpvSP_68zuxLeVTw_aem_JEcNdYfOWa3_NuiO4SHCcQ" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Standard</a>:</p>



<pre class="wp-block-verse">„Es braucht digitale Gegenräume, in denen Männlichkeitsbilder sichtbar werden, die auf Fürsorge, Empathie und Zugewandtheit beruhen. Jungen müssen erleben, dass sie sich kümmern dürfen – um sich selbst und um andere. “</pre>



<p>Ihre Analyse fordert uns Erwachsene heraus: Wie leben wir selbst Empathie und Konfliktkultur vor?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Eltern &amp; Fachkräfte tun können</h2>



<p><strong>Ehrlich interessieren:</strong>&nbsp;Nicht nur nach Befindlichkeiten, Noten oder Ausgehzeiten fragen, sondern: Womit geht es dir gut/schlecht? Was beschäftigt dich online? Sich den Instagram-Account oder ein cooles TikTok zeigen und erklären lassen&#8230;</p>



<p><strong>Vorbild sein</strong>: Wie sprechen wir selbst über andere? Wie gehen wir mit Wut, Stress, Frust oder Konflikten um? Kinder beobachten unser Verhalten genau.</p>



<p><strong>Miteinander leben:</strong>&nbsp;Soziale Kompetenz und Zusammenhalt müssen vorgelebt und geübt werden. Das gelingt nur in einem toleranten und zugewandten Miteinander.</p>



<p><strong>Sich selbst weiterbilden:</strong>&nbsp;Wer Social Media verstehen will, muss nicht alles mögen oder unproblematisch finden – aber zuhören, nachfragen, dazulernen lässt uns besser verstehen.</p>



<p><strong>Nicht wegschauen: </strong>Wenn Jugendliche abgleiten, nicht mehr kommunizieren oder belastet wirken – frühzeitig <a href="https://www.die-moewe.at/hilfe-fuer-betroffene/">Unterstützung holen</a>! Beratungsstellen wie die möwe, Rat auf Draht oder Safer Internet helfen vertraulich weiter.</p>



<p><strong>Empathie fördern:</strong>&nbsp;Streit gehört zum Leben. Aber wie man wieder zueinander findet, kann gelernt und vorgelebt werden. Versöhnung und konstruktive Konfliktlösung können wir gemeinsam üben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gewaltschutz im digitalen Zeitalter</h2>



<p>Jugendliche brauchen Orientierung. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen, Gespräche und klare Haltung. Einsamkeit und Beschämung im echten wie im digitalen Raum fressen ein gelingendes Miteinander auf. Die Serie „Adolescence“ ist ein Weckruf – nicht zur Panik, sondern zur gemeinsamen Verantwortung: Kinderschutz beginnt dort, wo wir zuhören, hinschauen und mitlernen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://die-moewe.at/adolescence/">Adolescence: Zwischen Social Media, Einsamkeit und Gewalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://die-moewe.at">die möwe</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Projekt „Sicher Wachsen“</title>
		<link>https://die-moewe.at/sicher-wachsen-bericht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[lagota]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 14:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Individuelle Gewaltschutzkonzepte mit Fokus auf Kinder- und Jugendliche mit Behinderung Die Kinderrechte sind ein Grundstein, um Kindern und Jugendlichen in Österreich aber auch weltweit eine gerechte Chance auf ein gutes Leben zu geben. Die Beachtung und Einhaltung der Kinderrechtskonvention ist wichtig, damit Kinder und Jugendliche geschützt und gefördert werden. Aber auch damit ihre Stimmen gehört, [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Individuelle Gewaltschutzkonzepte mit Fokus auf Kinder- und Jugendliche mit Behinderung</h2>



<blockquote class="blockquote" class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Die Kinderrechte sind ein Grundstein, um Kindern und Jugendlichen in Österreich aber auch weltweit eine gerechte Chance auf ein gutes Leben zu geben. Die Beachtung und Einhaltung der Kinderrechtskonvention ist wichtig, damit Kinder und Jugendliche geschützt und gefördert werden. Aber auch damit ihre Stimmen gehört, ernstgenommen und einbezogen werden.</em> </p>
<cite class="blockquote-footer"><em>Miriam Egger, UN-Jugenddelegierte 2021/2022</em></cite></blockquote>



<p>Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, im Laufe ihrer Kindheit die Verletzung dieser festgeschriebenen Rechte in ihrem Umfeld zu erleben. Es ist wichtig, dass sie erfahren, welche Rechte sie haben und das diese eingehalten werden.</p>



<p>Das gemeinsame Leben kann sich manches Mal schwierig gestalten. Es beginnt bei Kommunikationsmissverständnissen und endet oft in Frustration und Hilflosigkeit auf allen Seiten.</p>



<p>„Sicher Wachsen“ bietet Organisationen multiprofessionelle Begleitung und Unterstützung bei der Erarbeitung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen und Kinderschutzkonzepten, besonders für Kinder und Jugendliche mit Behinderung, an.</p>



<p>Im zweiten Jahr des Projekts, das seit 2023 aus dem <a href="https://lichtinsdunkel.org/so-helfen-wir/schwerpunkt-inklusion/jubilaeumsfonds/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Licht ins Dunkel – Jubiläumsfonds</a> finanziert wird, stand die Zusammenarbeit zur Erstellung organisationsindividueller Kinderschutzkonzepte mit Fokus auf Kinder und Jugendliche mit Behinderung im Fokus des Tuns. Das Team rund um Projektleiterin Andrea Rieger durfte unter anderem mit Kokon (Bad Erlach), VKKJ (Gesamtorganisation), der Waldschule Wiener Neustadt (Internat und Sonderschule), Casa Kindergärten (Standort 1170), KKTH (allgemein), Moki, Förderschulen Wien, dem Bundesinstitut für Gehörlosenbildung (Kindergarten), der WG Hohe Wand Caritas und der Neulandschule im 18. Bezirk zusammenarbeiten.</p>



<p>Zusätzlich wurden wichtige Partnerschaften mit Institutionen wie den Frühen Hilfen in Wien und Niederösterreich, dem Fonds Soziales Wien, der PH Wien, der KPH Wien sowie 100Prozent Sport etabliert. Diese Vernetzungen sind von zentraler Bedeutung, um den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Fachkräften und relevanten Organisationen zu fördern und so eine ganzheitliche Unterstützung für Kinder und Jugendliche sicherzustellen.</p>



<p>Auch die Entwicklung und Durchführung von Workshops für Fachpersonal und Eltern zu den Themen Kinderschutz, Inklusion und Unterstützung von Kindern mit Behinderungen weiterzubilden stand auf der Agenda des Sicher-wachsen Teams. Der Austausch und die individuelle Anpassung der Workshops an die Zielgruppen haben nicht nur den Fachkräften neue Impulse gegeben, sondern auch den Eltern wertvolle Informationen und praxisorientierte Ansätze vermittelt. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen beinhaltet spezielle Herausforderungen, die im Austausch miteinander, im Erkennen, dass andere genau auch an diesen Themen gefühlt scheitern, sich relativieren und Offenheit für ehrliche Gespräche und neue Möglichkeiten ermöglichen.</p>



<p>Wenn Sie mehr über das Projekt erfahren wollen oder an einer Zusammenarbeit mit dem Sicher-wachsen-Team interessiert sind, kontaktieren Sie Andrea Rieger, <a href="mailto:rieger@die-moewe.at&quot;">rieger@die-moewe.at</a></p>
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		<title>Gewalt gegen Frauen ist oft Gewalt gegen Mütter</title>
		<link>https://die-moewe.at/gewalt-gegen-frauen-ist-oft-gewalt-gegen-muetter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Nov 2022 11:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Studie der European Union Agency for Fundamental Rights zeigt, dass jede fünfte Frau in Europa seit ihrem 15. Lebensjahr eine Form von Gewalt erfahren hat. Das sind etwa 890.000 Mädchen und Frauen in Österreich. Knapp 11 % berichten von sexualisierter Gewalt und über 30 % haben körperliche Gewalt erfahren (Ohrfeigen, Prügel etc.). Das ist [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Studie der European Union Agency for Fundamental Rights zeigt, dass jede fünfte Frau in Europa seit ihrem 15. Lebensjahr eine Form von Gewalt erfahren hat. Das sind etwa 890.000 Mädchen und Frauen in Österreich. Knapp 11 % berichten von sexualisierter Gewalt und über 30 % haben körperliche Gewalt erfahren (Ohrfeigen, Prügel etc.).</p>
<p>Das ist erschreckend und schockierend, doch solche Zahlen und Fakten sind wichtig, um ein Thema wie dieses greifbar zu machen, das Ausmaß und die Wichtigkeit zu verstehen – und vor allem notwendig, um dagegen vorgehen zu können. Das Verhindern von Gewalt gegen Frauen dient auch dem Kinderschutz – denn viele Frauen haben Kinder und sind selbst Kinder (Töchter) ihrer Eltern.</p>
<p>Was können wir aktiv tun, um Gewalt, die immenses individuelles und gesellschaftliches Leid verursacht, zu reduzieren?</p>
<h2>Was wissen wir über Gewalt?</h2>
<p>Nicht nur in Österreich ist Gewalt gegen Mädchen und Frauen ein Thema. Es ist ein weltweites Phänomen – ein Verstoß gegen die Menschenrechte, über den wir nicht hinwegsehen dürfen. Es betrifft nicht nur sie individuell, sondern auch ihre Kinder, ihre Familien – unsere Gesellschaft im Allgemeinen. Stalking, sexuelle Belästigung, psychische Gewalt (Drohungen, Anschreien, Abwertungen, Ignorieren …) und physische Gewalt (Schubsen, Schlagen, Treten &#8230;), Missbrauch, Nötigung, Vergewaltigung, Mord: Gewalt hat viele Gesichter.<br />
Doch: Die Dunkelziffer bei Gewalttaten ist riesig, denn viele Gewaltbetroffene schämen sich, haben Angst und sprechen nicht über ihre Erlebnisse. Gewalt ist ein Tabuthema, weshalb viele <a href="https://www.die-moewe.at/node/3970">Gewalttaten im Verborgenen passieren</a> und Gewaltopfer keine Hilfe erfahren – sowohl selbst betroffene als auch Zeug*innen von Gewalt.</p>
<h2>Wer ist von Gewalt betroffen?</h2>
<p>Mädchen und Frauen sind im Vergleich zu Männern überproportional häufig von <a href="https://www.youtube.com/watch?v=lXUeUeE9nzU&amp;t=186s" target="_blank" rel="noopener">Gewalt</a> betroffen. Sie erleben sowohl <a href="https://www.die-moewe.at/node/3917">psychische</a> als auch physische Gewalt und sehen sich mit sexueller Belästigung sowie sexueller Gewalt konfrontiert. Nicht nur in Österreich, sondern weltweit. Fakt ist auch: Jede Frau kann Gewalt erfahren. Dort, wo Gewalt gegen Frauen üblich ist und nicht sanktioniert wird, ist auch das Risiko für Gewalt gegen Kinder am höchsten.</p>
<p>Besonders vulnerable (verletzliche) Personen haben aufgrund ihrer körperlichen und/oder seelischen Konstitution wie zum Beispiel einer Behinderung/Beeinträchtigung, psychischer Probleme, einer Schwangerschaft oder hohem Alter oder/und aufgrund ihrer besonderen sozialen Situation (z. B. finanzielle Abhängigkeit, Isolation) ein größeres Risiko, Gewalt zu erfahren.</p>
<h2>Wo passiert Gewalt gegen Frauen?</h2>
<p>Gewalt gegen Mädchen und Frauen passiert vor allem in der Familie und im nahen sozialen Umfeld der Betroffenen. In vielen Fällen sind die Täter (Stief-)Väter, (Ex-)Ehemänner, Lebensgefährten, der Freund oder Expartner. Studien haben gezeigt, dass vor allem das eigene Zuhause – welches ein Ort der Sicherheit und der Geborgenheit sein sollte – ein gefährlicher Ort sein kann. In der Statistik des BMJ aus dem Jahr 2019 ist zum Beispiel ersichtlich, dass bei §206 StGB die Opfer-Täter Beziehung sich folgendermaßen aufteilte: 27 % familiäre Beziehung/Hausgemeinschaft, 21,7 % familiäre Beziehung ohne Hausgemeinschaft, 34 % Bekanntschaftsverhältnis, 6,6 % Zufallsbekanntschaft, 9,8 % keine Beziehung, 0,9 % unbekannt.</p>
<p>Und auch im Internet sehen sich junge Menschen immer häufiger Gewalt ausgesetzt. Vor allem Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren sind besonders gefährdet. Die Betroffenen sehen sich im Internet vor allem mit Beleidigungen und Beschimpfungen sowie sexuell anzüglichen Mitteilungen (Sexting), Cyber-Mobbing oder Online-Stalking konfrontiert. Online-Gewalt findet auf vielen Kanälen statt, denn E-Mail, Messenger-Dienste, SMS, Social Media oder auch Dating-Plattformen bieten zahlreiche Möglichkeiten der Gewaltausübung gegen Frauen.</p>
<h2>Gewalt an Frauen bedeutet oft auch Gewalt an Kindern</h2>
<p>Die am meisten übersehenen, überhörten und abhängigsten Opfer von Gewalt an Frauen sind neben den unmittelbar Betroffenen deren Kinder. Über das Schicksal der Kinder und Jugendlichen wird in vielen Fällen zu wenig gesprochen, ihnen zu wenig geholfen. In mindestens 50 % der Fälle häuslicher Gewalt sind Kinder und Jugendliche Zeug*innen der Gewalthandlungen.</p>
<blockquote><p>„Wenn der Vater die Mutter schlägt, trifft er das Kind.“ (vgl. Kavemann, 2013)</p></blockquote>
<p>Kinder sehen/hören/fühlen Gewalt an anderen – zum Beispiel an der Mutter. Für das Kind hat das Sehen und Miterleben dieser Gewalttat die gleichen Folgen wie selbsterlebte Gewalterfahrung. Kinder, die mittelbar oder unmittelbar Gewalt erfahren haben, erleben gleichzeitig Hass und Verwirrung, denn meist ist es ihre wichtigste Bezugsperson – die Mutter – die Gewalt erfahren hat und der Täter der eigene Vater oder eine innerfamiliäre männliche Bezugsperson. Dadurch wird das Grundvertrauen der Heranwachsenden in andere Menschen schwer erschüttert, es kommt zu Loyalitätskonflikten, ihr Gefühlsleben wird ins Chaos gestürzt.</p>
<p>Unsere <a href="https://www.die-moewe.at/node/3894">möwe Studie aus dem Jahr 2020</a> zum Thema „Einstellung und Bewusstsein zu Gewalt in der Kindheit in Österreich“ zeichnet ein erschreckendes Bild: Zumindest 15 % der Österreicher*innen haben als Kind immer wieder Gewalthandlungen zwischen den Eltern miterleben müssen. Streitereien zwischen den Erwachsenen gab es in der Hälfte aller Familien – wobei das, je nachdem, ob konstruktiv oder zerstörerisch gestritten wurde, auch etwas Normales sein kann. 70 % der Befragten werten auch dieses Miterleben von handgreiflichen Streitereien als Gewalt an Kindern.</p>
<h2>Gewalt hat weitreichende Folgen</h2>
<p>Seelische Spuren nach Gewalterlebnissen sind keine Seltenheit und je öfter Gewalt erlebt wird, desto wahrscheinlicher sind potenzielle negative Folgen für die Gesundheit. Neben Angst, Wut, Scham und Schock sind die langfristigen psychischen Auswirkungen immens.<br />
Mädchen und Frauen mit Gewalterfahrung zeigen langfristige psychische und psychosoziale Folgen (Ellsberg &amp; Heise, 2005) und deutliche Unterschiede in der Entwicklung, der psychischen Gesundheit und im Sozialverhalten. Direkte oder indirekte Gewaltbetroffenheit kann lebenslange gesundheitliche, soziale und ökonomische Konsequenzen für die Überlebenden haben (Day, McKenna, &amp; Bowlus, 2005).</p>
<p>Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Ergebnisse, die den Zusammenhang von Gewalterfahrung mit psychischen Problemen (z. B. Posttraumatische Belastungsstörungen, Suizid, Depression und Alkoholismus sowie Angststörung) und chronischen Erkrankungen belegen. Darüber hinaus kann eine Gewalterfahrung mit einem erhöhten Risiko für Delinquenz, Kriminalität, gewalttätigem Verhalten, einer Behinderung, einer geringeren gesundheitlichen Lebensqualität und einem geringeren finanziellen Wohlergehen in Verbindung gebracht werden.</p>
<p>Erste Forschungsergebnisse über die psychosozialen Folgen von Gewaltzeugenschaft im sozialen Nahraum deuten darauf hin, dass das bloße Miterleben von Gewalt ähnliche – wahrscheinlich sogar mindestens genauso gravierende – Auswirkungen hat wie selbst erfahrene Gewalt (Strasser, 2006, Kaveman, 2000).</p>
<h2>Bekämpfung von Gewalt</h2>
<p>Die aktuelle Situation in Österreich, aber auch weltweit lässt viele Fragen offen. Warum wird so vielen Gewalt angetan? Warum kommt es zu so vielen Fällen von schwerer Gewalt? Und vor allem: Warum werden Mädchen, Frauen und auch ihre Kinder nicht besser vor Gewaltverbrechen geschützt?</p>
<p>Wir fordern eine Stärkung des Opferschutzes in Österreich speziell für minderjährige Betroffenen von Gewalt. Es braucht inneren Mut für die Opfer von Gewalt (v. a. für Kinder und Jugendliche) eine Anzeige zu machen. Es ist belastend und mit enormem Stress verbunden, sich zu erinnern, etwas Schreckliches/Peinliches/Schmerzhaftes im Detail auf Nachfragen zu schildern. Daher sollten Polizist*innen, Richter*innen und Jurist*innen sowie Pädagog*innen dafür speziell ausgebildet werden. Eine Verankerung von Kinderschutzthemen in den Grundausbildungen wäre ein erster wichtiger Schritt.</p>
<p>Besondere Sensibilisierung braucht es für die speziellen Konstellationen, in denen sich ein Verdacht eines sexuellen Missbrauchs gegen den/der getrennt lebenden Partner*in richtet – z. B.: der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs als Instrumentalisierung in einem Kontaktrechtsverfahren. Es ist wichtig und das oberste Ziel, dass in schweren Fällen nur einmal eine Aussage gemacht werden muss. Aus der Aussagepsychologie ist bekannt, dass bei mehreren Befragungen die Belastung sehr hoch ist und das Risiko für Widersprüche in den Aussagen steigt.</p>
<p>Das traurige Fazit ist, dass es schlichtweg an vielen Stellen an finanziellen Mitteln fehlt. Es bräuchte mehr Geld für präventive Maßnahmen in den Familien, für die Installation von Frühwarnsystemen und für niederschwellige Familienbegleitung. Opferschutzeinrichtungen brauchen entsprechende Ressourcen, um mit deren Hilfeleistungen die Erwartungen der Betroffenen hinsichtlich des Schutzes und der Unterstützung zu erfüllen und deren Bedürfnissen gerecht zu werden.</p>
<h3>Hinschauen und achtsam sein</h3>
<p>Angesichts der Häufigkeit und der besonderen Art von körperlicher und sexueller Gewalt– die oft im familiären, engsten Umfeld erlebt wird – erfordert dieses Thema unserer aller <a href="https://www.die-moewe.at/node/3820">Aufmerksamkeit</a>. Es ist ein öffentliches Thema von allgemeinem Interesse, das konstruktive Kampagnen, Initiativen und Maßnahmen erfordert.</p>
<p>Neben rechtlichen und politischen Hilfeleistungen ist es vor allem auch Zivilcourage, die Gewalt verhindern kann: Denn Hinschauen, Hinhören und Handeln können wir alle. Die Gesellschaft muss in die Verantwortung genommen werden, um gewaltgefährdete Frauen und Kinder nicht allein zu lassen. Es muss eine Nulltoleranz gegen Gewalt geben.</p>
<blockquote><p>„Wir alle müssen aufmerksam sein, wenn wir Gewalt beobachten, wenn es in der Nachbarwohnung in beunruhigender Weise laut oder leise wird, wenn wir Kinder alleine im Stiegenhaus vorfinden, weil sie sich nicht in die Wohnung trauen, wenn Mütter verstört und verweint sind, wenn uns jemand bittet, die Polizei zu rufen, wenn Schreie hörbar werden“, appelliert Hedwig Wölfl, die möwe Geschäftsführerin an alle.</p></blockquote>
<p>Sie weist darauf hin, dass es in solchen Situationen rasche und feinfühlige Unterstützung für die Betroffenen braucht. Spezielle Einrichtungen wie die möwe können bei Gewalt(-verdacht) gegen Kinder helfen. Doch vor allem kommt es auch darauf an, dass Gewaltopfer Menschen in ihrem Umfeld brauchen, die ihr Bedürfnisse im Blick haben, mit ihnen das Erlebte aufarbeiten und sie auch dabei unterstützen, sich professionelle Hilfe zu holen.</p>
<p>Mit <a href="https://www.die-moewe.at/hilfe-fuer-betroffene/">psychologischem Rückhalt </a>und Beistand für die Familien können gute Bedingungen geschaffen werden, in denen Betroffene mit dem Trauma und allen damit in Zusammenhang stehenden Gefühlen umzugehen lernen. Es ist eine große Herausforderung, diese Gefühle zu entwirren und wieder ein Grundvertrauen in andere Menschen aufzubauen, um damit das Erlebte verarbeiten zu können und eine weitere gute und stabile Entwicklung zu ermöglichen.</p>
<h3>Tipps gegen Gewalt: Vorbild sein</h3>
<p>Kinder ahmen nach, sie brauchen Vorbilder, um zu lernen. Daher tragen wir Erwachsenen die Verantwortung, unsere Kinder so zu erziehen, dass Gewalt in ihrem Wertegefüge keinen Platz hat. Wir brauchen Männer als Väter sowie Frauen als Mütter, die Konflikte ohne Gewalt austragen können, die ihren Kindern ein Vorbild sind und es schaffen, in der Erziehung zugewandt und konsequent zu sein, ohne Gewalt anzuwenden. Im Sinne einer <a href="https://www.die-moewe.at/ein-plaedoyer-gegen-die-ungsunde-watschn-und-fuer-gewaltfreie-erziehung/">gewaltfreien Erziehung</a> müssen wir unseren Kindern zeigen, dass es keine körperlichen Strafen, Abwertungen, Drohungen oder gar Liebesentzug braucht, um seinen Willen durchzusetzen. Wenn Kinder verstehen, dass sie auch ohne Gewalt ans Ziel kommen und die Folgen des eigenen Verhaltens abschätzen lernen, werden sie hoffentlich auch als Erwachsene Gewalt ablehnen und nicht gewalttätig handeln.</p>
<h3>Tipps gegen Gewalt: So können Sie im Akutfall helfen</h3>
<ul>
<li>Stellen sie rasch und unverzüglich Sicherheit her. Unterbrechen Sie mit klaren Worten die Auseinandersetzung und holen Sie die Frau (und ihr/e Kind/er) aus der Situation.</li>
<li>Rufen Sie Polizei (133) oder Rettung (144), wenn Sie keine andere Möglichkeit sehen und verlassen Sie mit der Frau (und Kind/ern) den Ort der Gewalt.</li>
<li>Seien Sie für die Betroffenen da. Hören sie zu und schaffen sie eine vertrauensvolle Atmosphäre. Vermitteln Sie Sicherheit und machen Sie klar, dass gegen Gewalt geholfen werden kann.</li>
<li>Wenn Sie Sorgen haben, lassen Sie sich vom Frauennotruf (01 71 71 9) oder bei minderjährigen Betroffenen durch die Telefonberatung des möwe Kinderschutzzentrums (01 5321515) oder von Rat auf Draht (147)unterstützen.</li>
</ul>
<p>Auf der Website <a href="http://beratungsstellen.at" target="_blank" rel="noopener">beratungsstellen.at</a> finden Sie eine Liste aller Beratungsstellen österreichweit, die Opfern von Gewalt rasch helfen können.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
<u>Quellen:</u></p>
<p>Bundesministerium für Justiz, Bericht über die Tätigkeit der Strafjustiz, BMJ Sicherheitsbericht, 2019<a href="https://www.justiz.gv.at/home/justiz/daten-und-fakten/berichte/sicherheitsberichte.2c94848525f84a630132fdbd2cc85c91.de.html">https://www.justiz.gv.at/home/justiz/daten-und-fakten/berichte/sicherheitsberichte.2c94848525f84a630132fdbd2cc85c91.de.html</a></p>
<p>Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, Gewalt in der Familie und im nahen sozialen Umfeld: Österreichische Prävalenzstudie zur Gewalt an Frauen und Männern, Wien, 2011, WOGRANDL Druck</p>
<p>Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Broschüre Gewalt im Netz gegen Frauen und Mädchen in Österreich, Gewalt im Netz gegen Frauen &amp; Mädchen in Österreich, 2017</p>
<p>Day, T., McKenna, K., &amp; Bowlus, A., The economic costs of violence against women: An evaluation of the literature, 2005</p>
<p>Ellsberg, M., &amp; Heise, L., Researching violence against women: a practical guide for researchers and activists. World Health Organization, PATH: Washington D.C., 2005</p>
<p>European Union Agency for Fundamental Rights, Violence agains women: an EU-wide survey. Luxem-burg: Amt für Veröffentlichungen, 2014</p>
<p>FRA-Studie, Gewalt gegen Frauen. Eine EU-weite Erhebung, 2014</p>
<p>Gewalt in der Familie und im nahen sozialen Umfeld. Österreichische Prävalenzstudie zur Gewalt an Frauen und Männern, 2011</p>
<p>Kaveman B., Kinder als Zeugen und Opfer von häuslicher Gewalt. In Sozialdienst katholischer Frauen (Hrsg.) Dokumentation Fachdorum Frauenhaus. Eigenverlag, 2011</p>
<p>möwe &#8211; Kinderschutzzentren, Einstellung und Bewusstsein zu Gewalt in der Kindheit in Österreich, 2020</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wir gestalten achtsame Organisationen</title>
		<link>https://die-moewe.at/wir-gestalten-achtsame-organisationen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2022 08:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.die-moewe.at/wir-gestalten-achtsame-organisationen/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kinderschutz in Organisationen: Warum Richtlinien unverzichtbar sind Organisationen und Institutionen stehen vor der Herausforderung, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen die betreuten Kinder und Jugendlichen bestmöglich vor jeder Art von Gewalt geschützt werden. Um das zu gewährleisten, erarbeiten viele von ihnen Kinderschutzrichtlinien. Seit einiger Zeit begleitet die möwe Organisationen aus Pädagogik, Kunst und Sport bei der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Kinderschutz in Organisationen: Warum Richtlinien unverzichtbar sind</h2>
<p>Organisationen und Institutionen stehen vor der Herausforderung, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen die betreuten Kinder und Jugendlichen bestmöglich vor jeder Art von Gewalt geschützt werden. Um das zu gewährleisten, erarbeiten viele von ihnen Kinderschutzrichtlinien. Seit einiger Zeit begleitet die möwe Organisationen aus Pädagogik, Kunst und Sport bei der <a href="https://www.die-moewe.at/kinderschutzkonzept/" target="_blank" rel="noopener">Implementierung von Kinderschutzrichtlinien</a>. Dabei setzen wir gemeinsam mit den Verantwortlichen und Mitarbeitenden die Kinderschutzbrille auf, um herauszufinden, was bereits gut und im Sinne der Kinderrechte bzw. des Kindeswohls läuft und wo es noch Lücken gibt, die es zu füllen gibt.</p>
<h2>Beteiligung als Grundpfeiler: Kinder, Eltern und Mitarbeitende einbeziehen</h2>
<p>Partizipation ist dabei ein Leitgedanke, der uns den gesamten Entwicklungsprozess begleitet. Kinder, Mitarbeitende und Eltern oder andere Bezugspersonen sind dazu aufgerufen, ihre Meinung und ihre Erfahrungen zum Miteinander in der Organisation einzubringen. Je nach Größe und Ressourcen der Organisation fallen diese Befragungen unterschiedlich aus. Besonders bereichernd sind Diskussions- oder Fokusgruppen mit Kindern und Jugendlichen, die meist sehr genau wissen, wobei sie sich wohl oder unwohl fühlen und was sie gerne ändern würden. Auch <a href="https://www.die-moewe.at/gewaltpraevention/fachkraefte/" target="_blank" rel="noopener">Workshops</a> mit Mitarbeitenden unterschiedlicher Tätigkeitsbereiche oder Professionen zu spezifischen Themen, wie z. B. Verhaltenskodex oder Fall- und Beschwerdemanagement sind immer wieder aufschlussreich, z. B. wenn es um das Zusammenbringen geistlicher und weltlicher Regeln und Formulierungen geht oder um das Spannungsfeld, das unterschiedliche Ziele wie z. B. Kostenreduktion und Schulungskonzepte mit sich bringen.</p>
<h2>Qualitätsstandards für gelebten Kinderschutz</h2>
<p>Egal, ob es um den Schulunterricht, die Ballettstunde, die Chorprobe oder die Kindergartenbetreuung geht – allen Organisationen ist eines gemein: Sie wollen die Interaktion mit den Kindern auf verschiedenen Ebenen noch achtsamer gestalten. Ein Kinderschutzkonzept nach internationalen Qualitätsmaßstäben gibt dabei bestimmte Eckpunkte vor, mit denen sich eine Organisation auseinandersetzen muss. Was wie in welcher Abfolge zu tun ist, ist in der Beratung bald geklärt. Beim gemeinsamen inhaltlichen Auseinandersetzen und mit der Absicht, KEIN weiteres Schubladenpapier, sondern gelebten und nachhaltigen Kinderschutz zu implementieren, stoßen die Mitarbeitenden und wir Beratenden dann auf immer neue Herausforderungen. Mit den meisten Organisationen fangen wir am „Ende“, also den Maßnahmen des vorgezeichneten Entwicklungsprozesses an und arbeitend uns dann zum „Anfang“ vor, um den Druck aus aufgrund von Anlassfällen „brennenden“ Organisationen zu nehmen. Es braucht kreative Lösungen und engagierte Teams, um passgenaue Antworten und Wege zu finden. Für uns bedeutet das auch, dass die verschiedenen Projekte individuell und spannend bleiben.</p>
<h2>Haltung zeigen: Veränderung mutig gestalten</h2>
<p>Die Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderschutz bringt Würdigung, Veränderung und vor allem Bewegung in das Organisationsgeschehen. Es gilt, Widerständen aufrichtig zu begegnen, Konflikte anzusprechen, das eigene Verhalten zu reflektieren, Fehler und Sorgen anzusprechen. Es geht darum, Haltung anzunehmen und mutig neue Wege zu beschreiten, um noch sensibler und achtsamer mit Kindern zu interagieren. Uns ist es eine Freude, diese Entwicklungen mitgestalten und miterleben zu dürfen.</p>
<hr />
<p>Ein Artikel von:</p>
<p><strong>Hannah Rodlauer, MSC</strong><br />
Beratung Kinderschutzkonzepte</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Übergriffe unter Jugendlichen – Zunahme durch „Nachholeffekt“?</title>
		<link>https://die-moewe.at/uebergriffe-unter-jugendlichen-zunahme-durch-nachholeffekt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2022 16:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.die-moewe.at/uebergriffe-unter-jugendlichen-zunahme-durch-nachholeffekt/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zunahme sexueller Übergriffe unter Jugendlichen: Alarmierende Entwicklungen In den Jahren 2021 und 2022 sind wir gehäuft mit Fällen sexueller Gewalt, nicht mehr einvernehmlichen sexuellen Berührungen bis hin zu „date rape“ unter Jugendlichen konfrontiert. Insbesondere Mädchen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren sind betroffen. Häufig beschreiben die betroffenen Mädchen, dass sie über verschiedene Internetforen (Instagram, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Zunahme sexueller Übergriffe unter Jugendlichen: Alarmierende Entwicklungen</h2>
<p>In den Jahren 2021 und 2022 sind wir gehäuft mit Fällen sexueller Gewalt, nicht mehr einvernehmlichen sexuellen Berührungen bis hin zu „date rape“ unter Jugendlichen konfrontiert. Insbesondere Mädchen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren sind betroffen. Häufig beschreiben die betroffenen Mädchen, dass sie über verschiedene Internetforen (Instagram, Snapchat) Kontakt mit anderen Jugendlichen aufgenommen und zu diesen ein freundschaftliches Verhältnis über die Internetkommunikation aufgebaut hätten. Bei Treffen oft weit entfernt vom eigentlichen Wohnort des Mädchens, kommt es dann zu Übergriffen. Oft treffen diese Mädchen auf eine ganze neue „Freundesgruppe“, Freunde des späteren Täters. Manchmal kommt es auch zum erhöhten Alkoholkonsum bzw. zur Verwendung von KO Tropfen.</p>
<h2>Digitale Nähe, reale Gefahr: Warum Grenzen verschwimmen</h2>
<p>Zwei Jahre Pandemie haben entwicklungsgemäße soziale Lernprozesse genauso wie die direkte Erfahrung mit körperlicher Nähe und dem Ausdruck sexueller Bedürfnisse unterbrochen. Zudem bewirkt der sogenannte „Nachholeffekt“, dass Jugendliche sich nicht ausreichend Zeit für diese Erfahrungen nehmen, was auch die Zunahme von Grenzverletzungen untereinander erklären könnte.</p>
<p>Es lässt sich erkennen, dass die Jugendlichen einfach über den Chatverkehr bereits ein Gefühl des Vertrautseins zum Gegenüber vielleicht auch zu dessen ganzer Freundesgruppe aufgebaut haben. In den Erzählungen der Opfer wird zumeist zum Ausdruck gebracht, dass zunächst durchaus auch das Interesse an näherem, zunächst nur zärtlichem Kontakt bestanden hat. Ihre Versuche der Grenzsetzung werden jedoch nicht respektiert, stattdessen kommt es zur Gewaltausübung. Diese reicht von Drohungen verbaler Natur über Versperren der Wohnung, der Ermunterung zum Alkoholkonsum, Verabreichung von Drogen bis zur körperlichen Gewaltausübung.</p>
<p>Der Umstand, dass die Jugendlichen sich zuvor noch gar nicht kennen und somit weder zwischen Opfer und Täter noch zu den manchmal in der Nähe befindlichen anderen Jugendlichen eine Nahebeziehung besteht, dürfte wesentlich zu der Dynamik dieser Vorfälle beitragen. Außerdem fällt auf, dass die Situation völlig unterschiedlich beurteilt wird und das Gespräch über Erwartungen an das Treffen und auch der achtsame Umgang mit Grenzen sowohl mit sich selbst als auch mit anderen fehlt.</p>
<h2>Achtsamkeit und Schutz: Was Jugendliche wissen und beachten sollten</h2>
<p>Zuallererst muss klar sein, dass die Entdeckung der eigenen Sexualität bezogen auf eine*n andere*n Sexualpartner*in nur im Respekt diesem*r gegenüber stattfinden kann. Gerade in Zeiten verstärkter Nutzung sozialer Medien zur Kontaktanbahnung muss diese Haltung auch im<br />
sozialen Alltag deutlich gemacht werden. Im distanten Raum digitaler Medien scheint die Wahrnehmung des Gegenübers in den Hintergrund zu rücken. Eigene Wunschfantasien an ein Treffen könnten absolutiert werden. Digitale Medien sind aber auch schlichtweg ein geeignetes<br />
Medium für Personen, die in böser Absicht handeln.</p>
<p>So bleibt auf individueller Ebene die Notwendigkeit, im Sinne der Achtsamkeit mit sich selbst vorsichtig zu sein und sich nicht in Gefahr zu bringen. Dies bedeutet, Wünsche und Grenzen eines Treffens vorab zu schreiben, das Kennenlernen im öffentlichen Raum zu planen und<br />
diesen dann auch nicht zu verlassen. Oder eben nur unter Anwesenheit eigener Freund*innen neue Kontakte zu schließen bzw. den Tag oder Abend im Beisein guter Freunde zu verbringen.</p>
<hr />
<p>Ein Artikel von:</p>
<p><strong>Irene Kautsch</strong><br />
die möwe St. Pölten</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Empowerment gegen Isolation</title>
		<link>https://die-moewe.at/empowerment-gegen-isolation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Kickinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2022 09:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Monika ist Mutter von zwei kleinen Kindern. Sie lebt mit dem Vater der Kinder zusammen. Alleinerziehend ist sie im Alltag aber schon jetzt, weil der Vater sich kaum um die gemeinsamen Kinder kümmert. Im Gegenteil: manchmal hat sie das Gefühl, dass sie ein drittes Kind hat. Monika bemüht sich, alles richtig zu machen: Das Kleinkind [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Monika ist Mutter von zwei kleinen Kindern. Sie lebt mit dem Vater der Kinder zusammen. Alleinerziehend ist sie im Alltag aber schon jetzt, weil der Vater sich kaum um die gemeinsamen Kinder kümmert. Im Gegenteil: manchmal hat sie das Gefühl, dass sie ein drittes Kind hat. Monika bemüht sich, alles richtig zu machen: Das Kleinkind zu Hause versorgen und das ältere Kind in die erste Volksschulklasse bringen, einkaufen, kochen, Windeln wechseln, Wäsche waschen, Arzttermine, am Nachmittag mit ihrem Ältesten Hausaufgaben machen … Von ihrem Mann erhält sie kaum Unterstützung. Im Gegenteil: Er kritisiert sie, ist unzufrieden, hat Probleme in der Arbeit, es gibt Geldsorgen, die Kinder sind zu laut, brauchen zu viel Aufmerksamkeit, er ist eifersüchtig… Monika wird immer unsicherer, fühlt sich erschöpft und reagiert zunehmend gereizt. Irgendwann eskaliert die Situation, er schlägt sie und es gibt die erste Wegweisung. Ein paar Monate später kommt es zu einer zweiten. Monika trennt sich und kommt wieder zurück. Aus verschiedenen Gründen: aus Mitleid, sie will den Kindern den Papa nicht wegnehmen, aus Angst (er droht) oder weil sie nicht weiß, wie sie das alleine mit den Kindern schaffen kann. Monika hat bereits in ihrer Kindheit Gewalt erfahren. Sie hat kaum Ressourcen, mit dieser Situation umzugehen. Sie fühlt sich alleine und überfordert.</em></p>
<p>Immer öfter haben wir in den Kinderschutzzentren mit Kindern zu tun, die keine sichere Bindung zu einer Bezugsperson entwickeln konnten. Diese Kinder haben Eltern, die die Bedürfnisse der Kinder nicht ausreichend wahrnehmen können. Ihre Eltern sind emotional für die Kinder nicht greifbar. Kinder werden dadurch mit ihren Bedürfnissen und ihren Emotionen alleine gelassen. Das Miterleben von Gewalt bleibt für Kinder nie ohne Auswirkungen. Sie zeigen unterschiedliche Symptome wie z.B. Entwicklungsverzögerungen, emotionalen Rückzug oder Aggressivität, Bindungsproblematik, Ängstlichkeit, Schulschwierigkeiten…</p>
<p>Manche Kinder erfahren auch selbst Gewalt, weil die Eltern mit der Erziehung überfordert sind. Kinder werden angeschrien, geschlagen oder mit Liebesentzug bestraft. Es gibt Kinder, die, wenn man sie nach ihren Bedürfnissen fragt, diese nicht mehr spüren und artikulieren können.</p>
<p>Umso wichtiger ist es, Familien in belasteten Situationen zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erreichen und zu unterstützen, um die Entwicklungsmöglichkeiten und Gesundheitschancen dieser Kinder langfristig zu verbessern. Genau hier setzen wir mit unserem Präventionsangebot der Frühen Hilfen an: Durch Empowerment von Familien in schwierigen Situationen werden Ressourcen der Bezugsperson(en) aktiviert, Belastungen reduziert und die Entwicklung einer sicheren Bindung zum Kind gefördert. Die sichere Bindung ermöglicht es dem Kind, Resilienz zu entwickeln und mit schwierigen Situationen besser umgehen zu können.</p>
<p>Im letzten Jahr wurde die Resilienz vieler (werdender) Familien erneut auf die Probe gestellt. Durch die Pandemie wurden psychische Belastungen, innerfamiliäre Spannungen, existenzielle Sorgen und soziale Isolation weiter verstärkt. Insbesondere Alleinerziehende waren mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert, die es im Rahmen der <a href="https://www.fruehehilfen.wien" target="_blank" rel="noopener">Frühen Hilfen</a> zu bewältigen galt.</p>
<p>Während der Anteil an Ein-Eltern-Familien im Vergleich zu allen Familienformen in Österreich seit Jahrzehnten konstant bei rund 12% liegt, waren 2021 knapp über 30% der von den Frühen Hilfen begleiteten Familien in Wien alleinerziehend. Oft sind es Mütter wie Monika, die sich mit der neuen Situation (Geburt eines Kindes, Trennung vom Partner, Erziehung der Kinder,…) überfordert und alleingelassen fühlen.</p>
<p>Um der Isolation entgegenzuwirken und den gemeinsamen Austausch zu fördern, haben viele Ein-Eltern-Familien an unseren Gruppenangeboten teilgenommen. Unter Einhaltung strenger Sicherheitsmaßnahmen haben die Gruppen (<a href="https://www.fruehehilfen.wien/aktuelles/babytreff" target="_blank" rel="noopener">Babytreff</a>, <a href="https://www.fruehehilfen.wien/aktuelles/muettergruppe" target="_blank" rel="noopener">„Mutterseelen gemeinsam“</a> für psychisch erkrankte Mütter und ihre Babys, türkischsprachiges Erzählcafé) auch während der Pandemie durchgehend vor Ort stattgefunden. Im Oktober 2021 haben wir außerdem einen virtuellen Runden Tisch zum Thema „Alleinerziehen in Wien: Empowerment gegen Isolation“ veranstaltet. Dabei wurden neue Angebote für Alleinerziehende in Wien vorgestellt und Versorgungslücken aufgezeigt.</p>
<p>Alle, die mit (potentiellen) Ein-Eltern-Familien in belasteten Situationen arbeiten, sind sich einig: Es braucht ein Gesamtkonzept, um Kinder und deren Bezugsperson(en) so früh wie möglich unterstützen zu können. Es braucht niederschwellige Therapieangebote für Kinder und Eltern, kostenlose und kurzfristige Kinder-Betreuungsmöglichkeiten, leistbare Wohnmöglichkeiten für Alleinerziehende und vieles mehr. Mit der geplanten flächendeckenden Ausrollung der <a href="https://www.fruehehilfen.at/" target="_blank" rel="noopener">Frühen Hilfen</a> auf ganz Österreich in den nächsten zwei Jahren ist dabei ein zentraler Schritt passiert, der sich langfristig auch auf die Arbeit und Themen in den Kinderschutzzentren positiv auswirken könnte.</p>
<p>Ein Artikel von:</p>
<p><strong>Birgit Wenty</strong><br />
gutbegleitet – Frühe Hilfen Wien</p>
<p><strong>Sacha Hoogenboom</strong><br />
die möwe Neunkirchen</p>
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