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Für viele Kinder ist der Aufenthalt in einem Feriencamp ein wichtiger Entwicklungsschritt zu Selbständigkeit, eine Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten und des Horizonts.Kinder und Jugendliche können aus ihrem gewohnten Umfeld aussteigen, lernen neue Strukturen kennen, schließen neue Freundschaften, erleben sich möglicherweise grundlegend neu.

„Doch genau diese Losgelöstheit von der Familie birgt auch Gefahren: Kinder können in schwierige und für sie belastende Gruppendynamiken kommen, ausgegrenzt oder verspottet werden, Opfer jeder Form von Gewalt werden oder auch ein Verlassenheitsgefühl erleben, das überfordernd statt fördernd ist. Und auch die Gefahr von sexuellen Übergriffen besteht, sowohl durch ältere Jugendliche als auch durch Betreuungspersonal“, weiß Wölfl.

Die falsche Konsequenz wäre für die Expertin, aus Angst sein Kind gar nicht erst auf ein Ferienlager zu schicken oder es durch Warnungen vor möglichen Gefahren zu verängstigen. Es sollten jedoch mit den Kindern und Jugendlichen schon im Vorfeld besprochen werden, an wen sie sich wenden können, wenn sie traurig sind, wann sie anrufen dürfen, wie sie anderen Kindern/Jugendlichen sagen können, wenn sie etwas nichtmit sich machen oder zulassen wollen.Auch auf Ferienlagern sollen räumliche Grenzen und die Privatsphäre respektiert werden. Rückzugsorte sollen zur Verfügung stehen und Rückzugszeiten möglich sein.

Wölfl empfiehlt den Eltern, die Institution, der sie ihr Kind anvertrauen, genauer anzusehen. Es gelten Schutzfaktoren gegen Mobbing, Übergriffe und sexuellen Missbrauch, die beachtet werden müssen und die Eltern kennen sollten, wie z.B. die Kinderrechte als Basis des Miteinanders, Verhaltenskodex, klare Regeln des Umgangs miteinander, etc. (mehr dazu auf www.die-moewe.at).

„Ein sorgfältiges Auswahlprozedere und fundierte Aus- und Weiterbildung für alle, die mit Kindern arbeiten, ist für uns Grundvoraussetzung. Das gilt auch für ehrenamtliche FreizeitbetreuerInnen“, so Wölfl. Genauso wichtig sind aber auchPräventionsangebote für Kinder und Eltern, die vermitteln, was vorbeugend gegen Mobbing, Übergriffe etc. unternommen wird, wie es vermieden werden kann und welche positiven Umgangsformen miteinander gelten. Auch müssen klare Dienstvorschriften für einen respektvollen Umgang mit Nähe und Distanz gelten. Dies betrifft z. B. auch eine der Tätigkeit angemessene nicht sexualisierende Kleidung der Pädagogen/Pädagoginnen, keine gemeinsamen Zimmer mit Kindern und Jugendlichen auf Fahrten oder in Trainingslagern. Auf jeden Fall sollten Kinder wissen, an wen sie sich bei Grenzverletzungen und anderen Sorgen wenden können. Dies kann eine interne Vertrauensperson sein oder auch eine externe Hilfenummer wie etwa „Rat auf Draht“ oder die möwe-online-Beratung.

„Nehmen Sie Ihr Kind ernst“, lautet Wölfls Appell.„Gerade, wenn Ihr Kind eigentlich nicht wirklich auf ein Ferienlager wollte und Sie es erst überreden mussten; bleiben Sie aufmerksam und nehmen Sie ihr Kind ernst, wenn es heim will, wenn es sagt, dass es ihm nicht gut geht.“