Alt bekannt und doch neu betrachtet.
In diesem interaktiven Seminar gehen wir auf Spurensuche und betrachten Klassiker*innen unserer Kindheit (z.B. Max und Moritz, Pippi Langstrumpf oder Pumuckl) durch eine Kindeswohl-Brille.
Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Vortstellungen von Macht, Grenzen, Strafe und Gewalt diese Geschichten transportieren und wie sich das damalige Verständnis von „normal“ und „pädagogisch wertvoll“ von unserer heutigen Perspektive unterscheidet.
Anhand ausgewählter Szenen erarbeiten wir sowohl stärkende als auch grenzverletzende und gewaltvolle Elemente, die auch in den gleichen Geschichten oder Charakteren vereint sein können. Wir fragen uns dabei, wie diese scheinbaren Widersprüche bis heute in uns nachwirken und wie wir damit umgehen können. Idealerweise hilft uns diese Biographiearbeit nicht nur mehr Mitgefühl und Verständnis für uns selbst zu entwickeln, sondern ist auch eine gute Grundlage für Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Ziel ist keine moralische Veruteiltung der Klassiker, sondern ein Sensibilisierung für subtile Gewalt in medialer Darstellung sowie ein Vermittlung von Handwerkszeug für die medienpädagogische Arbeit.
Inhalte:
- Welche Figuren aus Kindermedien haben uns gestärkt und Halt gegeben?
- Wie zeigt sich Gewalt in den Medien unserer Kindheit?
- Normalisierung von Gewalt durch Storytelling, Symbolik und Atmosphäre
- Strukturelle Gewalt – durch Humor überspielt oder gerechtfertigt (Wo findet sich offener und versteckter Adultismus, Rassismus, Sexismus etc. in alten Kindermedien?)
- Tools für den Umgang mit Gewalt
Zielsetzungen:
- Sensibilisierung für unterschiedliche Gewaltformen
- Biographiearbeit: Reflexion eigener Prägungen und Perspektiven – Erarbeiten neuer Blickwinkel
- Medienpädagogik: Tools für einen reflektierten Einsatz neuer und alter Kindheitsklassiker in der pädagogischen/therapeutischen Arbeit
Methoden:
- Analyse von Text-, Audio- und Filmszenen
- Persönliche und gemeinschaftliche Reflexion
- Kleingruppenarbeit und Diskussion
- Biografie- und Perspektivarbeit