Mit Ende Februar 2026 ging die dreijährige Laufzeit des Projekts „SicherWachsen“ zu Ende. Mit diesem vom Jubiläumsfonds von Licht ins Dunkel finanzierten Projekt konnte sich die möwe einem Bereich des Kinderschutzes widmen, der in Österreich lange zu wenig Aufmerksamkeit erhalten hat: dem Schutz von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen vor Grenzverletzungen, Übergriffen und Gewalt.
Kinder mit Behinderung sind besonders vulnerabel
Kinder mit Behinderung sind in ihrem Alltag einem ungleich höheren Risiko ausgesetzt, Opfer von Gewalt zu werden, als Kinder ohne Behinderung. Sie sind häufig in hohem Maße auf Erwachsene für Pflege, Mobilität und Kommunikation angewiesen. Gleichzeitig fehlt es ihnen oft an ausreichender Aufklärung über die eigenen Rechte und Grenzen. Zusätzliche Kommunikationsbarrieren, etwa durch das Fehlen Unterstützter Kommunikation (UK), erschweren es, Bedürfnisse oder Übergriffe mitzuteilen. Hinzu kommen gesellschaftliche Stigmatisierung und Tabuisierung, die das Thema weiter verschärfen. Besonders problematisch ist, dass Hinweise und Aussagen von Kindern mit Behinderung häufig nicht ernst genommen werden. Dies bedingt, dass Kinderschutz neu gedacht werden muss, inklusiver gedacht werden muss. Es braucht einen Kinderschutz, der alle Kinder gleichermaßen wahrnimmt, stärkt und schützt.
Schulungen und Workshops für Betroffene
Durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem SicherWachsen-Team in der möwe Akademie, den möwe Kinderschutzzentren und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung sind neue Wege entstanden um Schutz, Teilhabe und Selbstbestimmung nachhaltig zu fördern. In speziellen Workshops wurden Kinder und Jugendliche mit Behinderung ermutigt, ihre Gefühle und Grenzen wahrzunehmen, „Nein“ zu sagen und sich Hilfe zu holen. Sie wurden über die Kinderrechte informiert und darüber, wie sie auf Verletzungen dieser aufmerksam machen können. Gleichzeitig wurden Eltern, Pädagog*innen und Betreuungspersonen in Schulungen und Seminaren begleitet, eine Kultur des Hinsehens, der Achtsamkeit und des Vertrauens zu etablieren und zu leben. Und es wurden mit unterschiedlichsten Organisationen inklusive Kinderschutzkonzepte erarbeitet, die inhaltlich an die individuellen Gegebenheiten angepasst wurden.
Ziel der Bewusstseins- und Verhaltensänderung erfüllt
SicherWachsen hat nicht nur Strukturen in Organisationen aufgebrochen und verändert, sondern auch Haltungen bei Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Es hat Bewusstsein geschaffen, Vertrauen gestärkt und gezeigt, wie Räume geöffnet werden können, in denen Kinder mit Behinderung sicherer, selbstbewusster und freier aufwachsen können. Es hat Brücken gebaut zwischen denen, die Unterstützung brauchen und denen, die sie anbieten können.
Die möwe bedankt sich sehr herzlich bei dem engagierten Team, das das Projekt in diesen Jahren vorangetrieben hat. Und wir bedanken uns bei Licht ins Dunkel für die Möglichkeit, dieses Projekt durchzuführen. Die Erfahrungen, Erkenntnisse und Ergebnisse der Arbeit wurden in einem Abschlussbericht zusammengefasst, der hier zum Download zur Verfügung steht.