Die Künstler Paul Pizzera und Daniel Fellner sind Gründer des Musikkollektivs AUT of ORDA und haben vor kurzem das Lied „Papa“ herausgebracht. Ein Lied, das von einer Kindheit erzählt, die von psychischer und körperlicher Gewalt durch den Vater geprägt ist.
Textpassagen wie „warum bin i nie gut genug? wos is mei problem? bin is wert geliebt zu werden?“ gehen unter die Haut. Das Lied erzählt nicht nur von psychischer Gewalt, sondern auch von körperlicher Gewalt, die Teil der Kindheit war: „anstatt, dassd ma dei hand reichst, hast as gegen mi erhoben“.
So manche Hörer*innen stellen sich dabei vermutlich sofort die Frage, inwiefern das Lied autobiografisch ist. Paul Pizzera erzählt unter anderem in seinem Podcast Hawi d‘Ehre, dass das Lied teilweise auf seinen eigenen Erfahrungen beruht und dass das eine seiner „emotionalsten Nummern“ sei. Auch von den lebenslangen Auswirkungen erlebter Gewalt spricht er, davon, wie „Demütigung, Angst und fehlende Zuneigung das Selbstbild eines Menschen bis weit ins Erwachsenenleben prägen können“.
AUT of ORDA will mit dem Lied darauf aufmerksam machen, dass häusliche Gewalt an Kindern weder verharmlost noch verschwiegen werden darf. Sie appellieren, hinzusehen, zuzuhören und Kinder konsequent zu schützen.
Offizielles Video zu „Papa“ von AUT of ORDA
Als Kinderschutzorganisation können und wollen wir DANKE sagen für die künstlerische Bearbeitung dieses Themas, das unser Alltag ist. Und wir betonen, wie wichtig die Unterstützung ist, die wir dadurch bekommen, wenn Menschen mit großer Reichweite den Mut haben, über Gewalt an Kindern öffentlich zu sprechen und aufzuklären.
Kinder und Jugendliche in Österreich brauchen immer noch Erwachsene, die bereit sind, für sie einzutreten. In unserer letzten Studie sagten nach wie vor 24 % der 14 bis 29-jährigen, dass sie Gewalt erleben oder erlebt haben. Besonders psychische Gewaltformen, wie das beschriebene Heruntermachen, aber auch Anschweigen oder Liebesentzug werden noch viel zu selten als Gewalt erkannt.
Es gibt noch viel zu tun, wenn wir, wie es in unserer Vision verankert ist, wollen, dass jedes Kind in Österreich in körperlicher und seelischer Unversehrtheit aufwachsen kann.
