In Mistelbach fand am 12.05.2026 der alljährliche möwe-Infotag statt. An diesem Tag stehen immer zwei Schwerpunkte am Programm: ein informativer Vormittag mit aktuellen Zahlen und Entwicklungen sowie ein aktiver Nachmittag mit Betriebsausflug. Heuer versammelten sich die möwen im Stadtsaal Mistelbach und besuchten im Anschluss das Nitsch Museum.
Vormittag: Zahlen, Fakten und fachlicher Input
Um gut in den Tag zu starten, begrüßte das Team der möwe Mistelbach die aus Wien und Niederösterreich angereisten Kolleg*innen zu einem Frühstück im Kinderschutzzentrum. Gestärkt begaben sich die rund 100 Mitarbeiter*innen in den Stadtsaal Mistelbach. Dort führte das Strategische Leitungsteam (Hedwig Wölfl, Christina Gerstbach, Mascha Kolar, Danijela Radisavljevic, Johanna Zimmerl) sowie Mitarbeiter*innen aus den Stabstellen und zentralen Funktionen durch den informativen Teil des Tages. Dabei wurden aktuelle Zahlen präsentiert sowie ein Ausblick auf bevorstehende Entwicklungen gegeben. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die derzeitige Strategieentwicklung gelegt, die einen stabilen Weg für die möwe in der Zukunft ebnen soll. Nach einer kurzen Kräftigung folgte ein fachlicher Input. Philipp Klittich aus dem Team der möwe Akademie gab seinen Kolleg*innen einen Einblick in seine Arbeit im Gebiet Sexualpädagogik. Der Vormittag wurde abgerundet durch ein kräftigendes Mittagessen, bevor die möwen weiter zum aktiven Teil des Infotags aufbrachen.
Nachmittag: Aktionismus und Hedonismus
Das Ziel des diesjährigen Betriebsausfluges war das in Mistelbach gelegene Nitsch Museum und die derzeitige Ausstellung „von sonnenaufgang an“ des österreichischen Maler und Aktionskünstler Hermann Nitsch. Besonderes Augenmerkt liegt auf den Werken aus Nitschs berühmten „Orgien Mysterien Theater“, das im nahe von Mistelbach gelegenen Schloss Prinzendorf stattfand. Die Kunst des Wiener Aktionismus ist jedoch nicht unumstritten. So ist einer der Wegbegleiter von Hermann Nitsch und weiterer grundlegender Vertreter dieser Kunstform Otto Mühl verurteilter Sexualstraftäter. Von 1972 bis 1991 erlebten in Mühls kommunenmäßiger „Aktionsanalytischen Organisation“ rund 170 Kinder und Jugendliche ideologische, körperliche, psychische und sexuelle Gewalt. 1 Eine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen aktionistischer Kunst ist der möwe als Kinderschutzorganisation ein großes Anliegen. Über die Eindrücke aus der Ausstellung wurde beim anschließenden Spaziergang entlang des Dionysosweges diskutiert. Trotz der niedrigen Temperaturen und der einen oder anderen Regenwolke traten die möwen am Ende dieses Infotages gestärkt, informiert und inspiriert den Heimweg an.






- https://www.diepresse.com/20696491/otto-muehl-der-missbrauch-im-namen-der-kunst-geht-weiter#slide-1-1 ↩︎