Der internationale Weltspieltag
Am 11. Juni 2026 feiern wir den jährlichen internationalen Weltspieltag. Seit 2024 ist er ein offizieller Gedenktag der Vereinten Nationen. Der Tag soll daran erinnern, dass jedes Kind ein Recht auf Spiel hat, wie auch in der Kinderrechtskonvention festgelegt wurde. Zuvor fand der Weltspieltag am 28. Mai statt, nachdem er in 1999 bei der 8. Konferenz der International Toy Library Association ausgerufen wurde. Aus Kinderschutzsicht ist Spiel ein elementarer Bestandteil für das gesunde Aufwachsen von Kindern. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Ziele Spielen haben kann, welche Arten von Spiel es gibt und was Erwachsene beim Spielen beachten sollten.
Ziele von Spiel
Das Wichtigste vorweg: Spielen soll Spaß machen. Nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene ist es eine Möglichkeit für eine Pause vom Alltag, in der frei nach Lust und Laune die Zeit und das Miteinander genossen werden kann. Darüber hinaus ist Spiel ein Bedürfnis und ein Recht von Kindern. Es fördert die gesunde Entwicklung und den Aufbau von sozialen Kompetenzen. Außerdem lassen sich über das gemeinsame Spielen Nähe in der Familie, in der Klasse oder in der Freund*innengruppe stärken. Beim Spielen gibt es kein Richtig oder Falsch – nur jene Regeln, die miteinander vereinbart werden.
Arten von Spiel
Es gibt unendlich viele Arten zu Spielen, z.B. Brettspiele für den Spieleabend, kompakte Kartenspiele für unterwegs oder spezielle Spiele für Therapiezwecke. Unterschiedliche Spiele und ihre Regeln zielen auf unterschiedliche Fähigkeiten ab, wie zum Beispiel:
- Merkfähigkeit
- Reaktionsfähigkeit
- Beweglichkeit
- Konzentration
- Strategie
- Kreativität
- Ausdruck von Gefühlen
Für Kinder können Spiele ein Weg sein, bestimmte Kompetenzen zu fördern. Gleichwohl können Spiele mit Kindern leicht „zweckentfremdet“ werden. Dann stehen nicht mehr die eigentlichen Regeln im Vordergrund, sondern die Kinder setzen ihre Schwerpunkte selbst. Das kann ebenso wertvoll für die Förderung von Kompetenzen sein – wenn auch anders als ursprünglich gedacht. Die Hauptsache ist, dass es Spaß macht.
Ein spielerischer Rahmen kann auch ein Türöffner zu schwierigen Themen sein, wie z.B. „Verlieren ist blöd“, Umgang mit Regeln, etc. Meist lässt sich jedoch nicht gezielt auf ein spezifisches Thema „hinarbeiten“.
Therapiespiele
Dem Spielen kommt im therapeutischen Kontext eine besondere Bedeutung zu. Therapiespiele sind für die fachliche Arbeit konzipiert und sollten auch nur so gezielt zum Einsatz kommen. Mit vielen Kindern ist es einfacher, über ein Spiel den Einstieg in ein für das Kind bedeutsames Thema zu finden. Dabei ist die Wahl des Spiels abhängig vom jeweiligen Kind, der Situation und der Thematik, die behandelt werden soll.
Auf dem nebenstehenden Bild ist eine Übersicht an beispielhaften Materialien zu sehen, die möwe-Mitarbeiter*innen in der Psychotherapie verwenden.


Spiele selber machen
Spiele müssen nicht immer teuer oder aufwändig sein, das gute alte Verstecken, Fangen oder Topf-Klopfen können genauso viel Spaß machen. Außerdem spart Selbstgebasteltes Geld und fördert die Kreativität (z.B. ein Memory mit Figuren aus der Lieblingsserie des Kindes). Es ist erstaunlich, was alles mit Papier und Stift gestaltet werden kann.
Um Inspiration zum Selbermachen zu finden, stellen wir für Sie Vorlagen, wie das Falten der Origami-Möwe, und Anleitungen zum Basteln, wie der Anti-Stress-Ball, gratis zur Verfügung.
Zu den MaterialienOnlinespiele
Das Internet bietet viele Möglichkeiten, mit bestehenden und neuen Freund*innen unabhängig vom Ort gemeinsam zu spielen. Spielekonsolen mit Internetzugang oder vernetztes „smartes“ Spielzeug werden immer verbreiteter. Auch Plattformen wie Roblox, Discord oder Twitch ziehen immer mehr Kinder und Jugendliche an (siehe auch Jugendmonitor).
Trotzdem ist dabei auch Vorsicht geboten, denn dabei können nicht nur Datenschutzverletzungen passieren, sondern es bietet auch anderen Erwachsenen die Möglichkeit, in unangemessenen Kontakt zu treten. Es gibt Täter*innen, die über soziale Medien und Online-Spielforen Kontakt zu Kindern als potenzielle Opfer aufnehmen. Die Gesprächsanbahnung und Kontakt halten ist über das Internet oft einfacher möglich. Dort können Täter*innen Kinder manipulieren und unter Druck setzen, auch Cybergrooming genannt. Mehr dazu in unserem Beitrag über digitalen Kinderschutz sowie in der Übersicht über Gewaltformen. Tipps und Informationen über einen sicheren Umgang mit Onlinespielen gibt es bei saferinternet.at

Tipps für’s Spielen mit Kindern
Bei der riesigen Auswahl und den vielen Möglichkeiten von Spielen ist es nicht immer einfach zu wissen, wie man anfangen soll. Wir haben einige Tipps und Ideen für den Einstieg ins Spiel zusammengestellt:
- Zum Spielen einladen
Schaffen Sie eine angenehme Spielatmosphäre und wecken Sie die Neugier Ihres Kindes. - Was braucht das Kind jetzt gerade?
Einschätzen, was im Moment wichtig ist und welches Bedürfnis das Kind gerade hat (Bewegung/Entspannung/Konzentration, etc.). Was möchte Ihr Kind gerne spielen? - Gemeinsam aussuchen
Was macht allen Spaß? Auch Eltern sollten Freude am Spiel haben! - Alter berücksichtigen
Altersfreigaben der Herausgeber*innen beachten und auf Fähigkeiten des eigenen Kindes achten. Dabei auf die jüngste Person Rücksicht nehmen.
Achtung bei digitalen Spielen: die Altersangaben sind lediglich Freigaben im Sinne der Angemessenheit (Gewalt, Horror, etc.) und sagen nicht aus, ob das Spiel auch für dieses Alter adäquat ist (zu komplex o.ä.). Mehr Informationen über Alterskennzeichnung in Deutschland gibt es hier und einen Überblick auf europäischer Ebene hier. - Flexible Regeln
Regeln sind zwar wichtig, können aber auch gemeinsam verändert werden. Wenn mit Regeln gespielt wird, dann sollten diese einfach erklärt und für alle verständlich sein. - Spiele aus eigener Jugend spielen
Erinnern Sie sich an Ihr Lieblingsspiel als Kind? Vielleicht bereitet dieses Spiel Ihrem Kind eine genauso große Freude wie Ihnen. Wenn bei Ihnen die Freude am Spielen wieder hochkommt, steckt dies oft andere an. So lernen Kinder Spieleklassiker kennen, die auch gemeinsam zu etwas Neuem adaptiert werden können. - Ausflug zu Spielotheken machen
Inspiration finden in Spielotheken, wo Spiele ausgeliehen werden können, in Wien z.B. bei der Spielebox - Genießen!
Der Weltspieletag ist für alle da, ob Groß oder Klein, Jung oder Alt. Gemeinsam die Zeit zu genießen und Spaß beim Spielen zu haben steht im Vordergrund.